Freiburger Forschende untersuchen molekulare Prozesse, die in den Zellen von Leukämie-Erkrankten ablaufen. Klaus Polkowski
Freiburger Forschende untersuchen molekulare Prozesse, die in den Zellen von Leukämie-Erkrankten ablaufen. Klaus Polkowski - Analysen von Zellsignalen geben Aufschluss über den Ursprung starker Entzündungssymptome, die bei verschiedenen Blutkrebsformen vorkommen - und liefern mögliche Therapieansätze: Bei etwa einem Viertel der Patientinnen und -patienten, die an Juveniler myelomonozytärer Leukämie (JMML) leiden, lassen sich in den veränderten Leukämiezellen Mutationen im so genannten KRAS-Gen nachweisen. Die davon betroffenen Personen leiden besonders oft an Entzündungszeichen wie Fieber, Gewichtsverlust und Milzvergößerung. Bisher war nicht bekannt, wie die teils starken Entzündungsbeschwerden mit der Krebserkrankung zusammenhängen. Ein Team von Forschenden der Universität Freiburg um Robert Zeiser und Tilman Brummer hat nun nachgewiesen, dass die krebsauslösende Mutation im KRAS-Gen auch die Entzündungszeichen hervorruft. Durch das nun bessere Verständnis der Symptome können Ärztinnen und Ärzte in Zukunft neue Medikamente entwickeln, die das Voranschreiten der Leukämien im Körper blockieren. Das KRAS-Gen steuert die Herstellung des Proteins K-Ras, welches die Zellen anweist, zu wachsen oder sich zu. Das Protein sorgt dafür, dass sich Zellen nur dann vermehren, wenn im Körper neue Zellen gebraucht werden. Ist K-Ras aufgrund einer Mutation im Erbgut in manchen Zellen übermäßig aktiv, diese sich ungebremst - und es entsteht Krebs. Zeiser und sein Team fanden nun heraus, dass K-Ras zusätzlich eine wichtige Rolle in der Immunantwort spielt: Über den Proteinkomplex NLRP3 - auch NLRP3 Inflammasom genannt - führt es zur Ausschüttung von zwei entzündungsfördernden Botenstoffen: Interleukin-1?
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