Astrophysiker beobachten erstmals direkt die Interaktion zwischen jungem Stern und Mutterscheibe
Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung des I. Physikalischen Instituts der Universität zu Köln hat zum ersten Mal beobachtet, wie Materiewolken, aus denen neugeborene Sterne entstehen, mit einem jungen Stern interagieren, sodass er an Masse gewinnt. Das Sternensystem ,,TW Hydrae" liegt etwa 163 Lichtjahre von der Erde entfernt und wurde mithilfe des Very Large Telescope Interferometer (VLTI) und seinem Instrument GRAVITY aus der chilenischen Wüste anvisiert. Die Ergebnisse sind unter dem Titel ,,A measure of the size of the magnetospheric accretion region in TW Hydrae" in Nature erschienen. Bei der Entstehung von Sternen in der Galaxie wird die in den Molekülwolken vorhandene Urmaterie aus Gas und Staub über die Schwerkraft rasch zu einem ,,Protostern" aggregiert. Dieser ,,Akkretion" genannte Entstehungsprozess verläuft durch und um eine Scheibe, die sich um den neugeborenen Stern herum bildet. Über die Materiescheibe wird der wachsende zentrale Proto(baby)stern mit Materie versorgt. Auf der Grundlage theoretischer und beobachtungstechnischer Erkenntnisse wurden viele Hypothesen aufgestellt, um den Mechanismus der Wechselwirkung zwischen dem Stern und seiner Mutterscheibe zu beschreiben - zum Beispiel die Trichterbildung und Akkretion von Wirtsgas.




