Selbstorganisation in Stein

Die seltenen Kinneyia-Formationen sind versteinerte Zeugnisse von Musterbildung in prähistorischen Biofilmen. Manche Gesteinsformationen könnten von Menschenhand geschaffen sein: Bei den so genannten Kinneyia-Formationen überzieht ein Muster aus geschwungenen, parallel verlaufenden Rillen die Oberfläche von Sandoder Schluffstein. Beispiele für diese ebenso bizarren wie seltenen Strukturen finden sich etwa in Namibia, im schwedischen Öland sowie in Deutschland in der Nähe von Helmstedt und Göppingen. Forscher des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation und der Georg-August-Universität Göttingen bieten nun erstmals eine umfassende Erklärung, wie die Kinneyia vor mehr als 2500 Millionen Jahren entstanden sind. Demnach bildeten sich die eigenwilligen Muster unter dem Einfluss strömenden Wassers in organischen Biofilmen. Unter günstigen geologischen Bedingungen versteinerten sie und blieben so bis heute erhalten. Mitten in einem ausgetrockneten Flussbett ragt ein einzelner Felsbrocken empor, gezeichnet mit einem sonderbaren Muster: Parallel verlaufende, wenige Millimeter tiefe Rillen, die beinahe an Fraßspuren erinnern.
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