Dem Jetlag auf der Spur
Wissenschaftler der Freien Universität beschreiben einen neuen Mechanismus zur Kontrolle der inneren Uhr. Wissenschaftlern um den Biochemieprofessor Florian Heyd von der Freien Universität Berlin ist es gelungen, die circadiane, also innere Uhr, von Mäusen so zu kontrollieren, dass die Tiere sich schneller an andere Zeitzonen gewöhnen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe RNA-Biochemie konnten zeigen, dass das sogenannte alternative Spleißen eines bestimmten Gens die Anpassung der Versuchstiere an andere Zeitzonen kontrolliert. Ohne dieses Gen passen sich die Tiere an, ohne dass sie eine Umgewöhnungszeit benötigten - den umgangssprachlichen Jetlag. Spleißen nennt man den Prozess, bei dem die zunächst gebildete prä-mRNA zur reifen mRNA, dem intrazellulären Informationsvermittler, weiterverarbeitet wird. Das alternative Spleißen ermöglicht, dass Zellen auf veränderte Umwelteinflüsse mit der Bildung verschiedener mRNAs aus einer prä-mRNA reagieren. Diese Ergebnisse sind vermutlich auch auf Menschen übertragbar und insbesondere deshalb relevant, weil Störungen des circadianen Rhythmus' Krankheiten wie Stoffwechselstörungen und Krebs Vorschub leisten. Die jetzt von den Wissenschaftlern der Freien Universität publizierte Studie ,,Rhythmic U2af26 Alternative Splicing Controls PERIOD1 Stability and the Circadian Clock in Mice" bildet deshalb die Grundlage für weitere Arbeiten, in denen ein entsprechender Zusammenhang untersucht werden soll. Die Studie ist am 15. Mai 2014 im Fachmagazin ,,Molecular Cell" erschienen.




