Karte zum abgeleiteten geografischen Ursprung der indogermanischen Sprachfamilie. Der angenommene Ursprung ist in Transparent rot markiert; dunklere Bereiche repräsentieren eine erhöhte Wahrscheinlichkeit. Die blauen Polygone umreißen den laut ,,Steppen"-Hypothese vermuteten Ursprung; das Dunkelblau repräsentiert die ursprünglich vermutete ,,Steppen"-Heimat und das Hellblau zeigt eine spätere Version der ,,Steppen"-Hypothese an. Das gelbe Polygon skizziert den vermuteten Ursprung laut ,,Anatolien"-Hypothese. Der grüne Stern in der Steppen-Region markiert die Position des Schwerpunktes der erfassten Sprachen. [weniger]
Die indogermanischen - oder auch indoeuropäischen - Sprachen zählen zu den am weitesten verbreiteten Sprachfamilien weltweit und lassen sich seit rund 2000 Jahren auch als geschriebene Sprachen relativ gut erforschen. Umstritten bei den Wissenschaftlern sind jedoch nach wie vor der Zeitpunkt und der Ort ihres Ursprungs. Ein großes internationales Team, zu dem auch Max-Planck-Wissenschaftler Michael Dunn zählt, hat jetzt die Ergebnisse einer innovativen phylogeographischen Bayes-Analyse sprachlicher und räumlicher Daten von indogermanischen Sprachen vorgelegt. Mehrheitlich vertritt die historische Sprachwissenschaft die Auffassung, die indogermanische Sprachfamilie sei vor rund 6000 Jahren in der pontischen Steppe in der heutigen Ukraine entstanden. Den Nachweis dafür liefert die linguistische Paläontologie: Bestimmte Wörter, die im Zusammenhang mit der Technik von Radfahrzeugen benutzt werden, finden sich in allen Zweigen der indogermanischen Sprachfamilie wider. Zudem wissen wir aus der Archäologie, dass Radfahrzeuge frühestens zu diesem Zeitpunkt aufgekommen sind. Wenige Forscher dagegen favorisieren eine andere Theorie, nach der die indogermanischen (indoeuropäischen) Sprachen ihren gemeinsamen Ursprung vor 8000 bis 9000 Jahren im heutigen Anatolien haben, von wo aus sie sich gemeinsam mit der Landwirtschaft ausgebreitet haben sollen. Lexik mit Verbreitung von Sprechern kombiniert
TO READ THIS ARTICLE, CREATE YOUR ACCOUNT
And extend your reading, free of charge and with no commitment.