Neuer Studie zufolge muss Amerika zweimal besiedelt worden sein
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Forscherin der Universität Tübingen und ihre Kollegen untermauern die Hypothese. In einer neuen Studie hat ein Team internationaler Wissenschaftler die Skelettformen von frühen Amerikanern verglichen und verschiedene Erklärungen für die beträchtlichen anatomischen Unterschiede zwischen prähistorischen und heutigen amerikanischen Ureinwohnern geprüft. Prof. Katerina Harvati vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen hat die Untersuchungen zusammen mit Prof. Mark Hubbe von der Universidad Católica del Norte in Chile und Prof. Walter Neves von der brasilianischen Universidade de São Paulo durchgeführt. Die Wissenschaftler haben ihre Daten in geografische Modelle und Evolutionsmodelle eingegeben und unterschiedliche Szenarien zur Besiedlung Amerikas getestet. Danach gehen sie davon aus, dass die Neue Welt einst von zwei Menschengruppen mit zeitlichem Abstand unabhängig voneinander besiedelt worden ist. ?Wir haben festgestellt, dass sich die Unterschiede zwischen frühen und heutigen Gruppen amerikanischer Ureinwohner besser mit der Annahme eines zweifachen Besiedlungsszenarios in Einklang bringen lassen als mit jeder anderen Hypothese. Anders gesagt sind die Unterschiede zwischen den Menschengruppen so groß, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass die frühesten Bewohner der Neuen Welt die direkten Vorfahren der heutigen Population amerikanischer Ureinwohner sind?, erklären die Autoren der Studie, die am 14. Juni 2010 im Online-Fachjournal PLoS ONE veröffentlicht wurde.


