Bakterielle Infektion von Wirtszellen: Begeißelte Erreger des Typs Salmonella typhimurium (orange) nehmen Kontakt mit einer menschlichen Wirtszelle (blau) auf. [weniger]
Max-Planck-Wissenschaftler entschlüsseln Struktur bakterieller Injektionsnadeln erstmals im atomaren Detail. Pest, Bakterienruhr und Cholera haben eines gemeinsam: Sie werden von Bakterien ausgelöst, die ihren Wirt mit einem ausgeklügelten Injektionsapparat infizieren. Über nadelartige Strukturen spritzen sie molekulare Wirkstoffe in ihre Wirtszellen und überlisten damit deren Immunabwehr. Forscher vom Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie haben in Zusammenarbeit mit Kollegen am Berliner MPI für Infektionsbiologie und der University of Washington in Seattle (USA) jetzt die Struktur einer solchen Nadel im atomaren Detail aufgeklärt. Ihre Erkenntnisse könnten dazu beitragen, Medikamente maßzuschneidern und Strategien zu entwickeln, die den Infektionsprozess gezielt verhindern. Es ist ein tückisches Werkzeug, das die Erreger von Pest oder Cholera so gefährlich macht. In Form hunderter winziger hohler Nadeln ragt es aus der Bakterienmembran heraus.
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