Wie wird die Rohstoffgewinnung CO2-neutral?

Ziel des Projekts ELMAR ist die Integration und Demonstration des Einsatzes von elektrischen Schwerlasttransportmaschinen in der heimischen Rohstoffindustrie.

 

Eine sichere Versorgung mit mineralischen Rohstoffen ist für die Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand Deutschlands und Europas elementar. Gleichzeitig ist die Rohstoffgewinnung ein signifikanter Emittent von CO2 und muss sich deshalb selbst transformieren und nachhaltiger werden, um zum Erreichen der Klimaziele beizutragen und um wettbewerbsund zukunftsfähig zu bleiben. Dazu gehört insbesondere die Dekarbonisierung von Betrieben, die Rohstoff gewinnen. Dies betrifft in Deutschland allein in der Kies-, Sandund Natursteinproduktion rund 1.600 Unternehmen mit rund 2.700 Werken und 23.500 Mitarbeitenden.

Bisher entfällt bei der Rohstoffgewinnung dieser Betriebe ein wesentlicher Teil des Energieeinsatzes auf den innerbetrieblichen Transport. Dieser wird zumeist durch mobile dieselbetriebene (Schwerlast-) Fahrzeuge realisiert. Die Umstellung auf einen (batterie-)elektrischen Betrieb ist deshalb ein wichtiger Hebel für die Senkung von Emissionen. Dies gilt für die Umrüstung bestehender Betriebe ebenso wie für zukünftige Projekte.

Dekarbonisierung der heimischen Rohstoffgewinnung ganzheitlich denken

Im neu lancierten Projekt ,,ELMAR" erarbeitet ein Konsortium aus Forschungsund Industriepartnern, wie die Dekarbonisierung der heimischen Rohstoffgewinnung ganzheitlich gedacht und umgesetzt werden kann. Im Projekt wird die Einbindung autonom-elektrischer Schwerlasttransportmaschinen, damit einhergehende Anpassung erforderlicher Infrastruktur und Umgestaltung betrieblicher Prozesse umgesetzt. Weiter noch wird in dieser Transformation die Kopplung und Optimierung zwischen Energiebedarfsund Energieversorgungsseite in einer vernetzten, modellbasierten und intelligenten Betriebsführung umgesetzt.

,,’ELMAR’ legt einen wichtigen Grundstein für die Integration von elektrischen, automatisierten mobilen Schwerlasttransportmaschinen in der Rohstoffgewinnung", sagt Tobias Hartmann vom Institute for Advanced Mining Technologies der RWTH Aachen. ,,Unter Beibehaltung der Prozesssicherheit in der Gewinnung bei gleichzeitiger Gewährleistung der elektrischen Versorgungssicherheit, sowie deren Kopplung an erneuerbare Energiequellen, wollen wir in repräsentativen Anwendungsszenarien demonstrieren, dass elektrischer Transport in der heimischen Rohstoffgewinnung möglich ist. Der ganzheitliche Ansatz von der Produktions- über die Energiebedarfsbis hin zur Energieversorgungsseite ermöglicht es, bestehende und bevorstehende Betriebskonzepte zu optimieren."

Das Konsortium setzt sich zusammen aus zwei Instituten der RWTH Aachen University, dem Institute for Advanced Mining Technologies (AMT) und dem Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) und Vertretern der Industrie. Von industrieller Seite beteiligen sich Volvo Group Trucks Central Europe GmbH, Volvo Construction Equipment Germany GmbH, Volvo Autonomous Solutions AB (beauftragt von VCE Germany GmbH), als Baumaschinen-, Transportfahrzeughersteller und Automatisierer, Mineral Baustoffe GmbH (Teil des STRABAG-Konzerns), Knauf Gips KG, Nivelsteiner Sandwerke & Sandsteinbrüche GmbH als Bergwerksbetreiber, PSI Fuzzy Logik & Neuro Systeme GmbH und PSI Software AG als Anbieter KI- und cloudbasierter Software sowie TITUS Research GmbH als Entwickler autonomer Überwachungssysteme.

Das Projekt ELMAR läuft bis Ende Juli 2025 und wird gefördert seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz BMKW nach der Förderrichtlinie ,,Forschung und Entwicklung im Bereich Elektromobilität" mit rund 6 Millionen Euro bei einem Gesamtvolumen des Projekts von rund 11 Millionen Euro.


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