,,Global Conservatism, Micropolitics and World (Dis)Ordering" - Keynote Lecture des britischen Politikwissenschaftlers Ty Solomon am 25. Juni 2025, 18 Uhr, an der Freien Universität Berlin

Die Liberale Internationale Ordnung ist in Bewegung - das ist eine der wichtigsten Debatten unserer Zeit. Während viele Ursachen dafür erforscht wurden, wird ein entscheidender Aspekt oft übersehen: die Rolle von Emotionen.
In seinem Vortrag untersucht Ty Solomon den Aufstieg rechter und reaktionärer Bewegungen weltweit. Während andere Studien oft analysieren, wie sich diese Bewegungen vernetzen oder welche Ideen sie teilen, interessiert Solomon etwas anderes: Wie halten Emotionen diese Bewegungen zusammen? Welche gemeinsamen Gefühle und Stimmungen schaffen Verbindungen über Ländergrenzen hinweg?
Dabei richtet er den Blick auf das Kleine im Großen: Nicht nur die großen politischen Strukturen sind wichtig, sondern auch die alltäglichen Handlungen und Räume, die weltpolitische Bedeutung haben. Ohne diese emotionalen Dynamiken zu verstehen, so Solomon, können wir die aktuellen Veränderungen der Weltordnung nicht richtig begreifen.
Prof. Ty Solomon ist Professor für Internationale Beziehungen an der School of Social and Political Sciences der University of Glasgow. Seine Forschungsinteressen umfassen Theorien der Internationalen Beziehungen, kritische Sicherheitsstudien, amerikanische Außenbeziehungen, Affekte und Emotionen in der Weltpolitik, globale soziale Bewegungen und interpretative Methoden. Er ist Autor von The Politics of Subjectivity in American Foreign Policy Discourses (University of Michigan Press) und hat in Zeitschriften wie International Studies Quarterly, European Journal of International Relations, Review of International Studies, Cooperation and Conflict, Millennium und anderen publiziert.
Der Sonderforschungsbereich 1171 ,,Affective Societies" an der Freien Universität Berlin untersucht, wie Gefühle und Emotionen das gesellschaftliche Zusammenleben prägen. Ziel ist es, ein zeitgemäßes Verständnis von Gesellschaft zu entwickeln - eines, das der Bedeutung von Affekten in einer globalisierten, vernetzten und mediatisierten Welt gerecht wird. Aktuell arbeiten Wissenschaftler*innen aus neun Disziplinen der Sozial-, Kulturund Geisteswissenschaften in zwölf Teilprojekten gemeinsam an diesen Fragen.
Das wissenschaftliche Ethos der Freien Universität Berlin wird seit ihrer Gründung im Dezember 1948 von drei Werten bestimmt: Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit.



