Formen von Erzählungen

Videoserie und ,,Laboratory" des Exzellenzclusters ,,Temporal Communities" der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem Museum ,,Hamburger Bahnhof"

Wie prägen Erzählungen Gesellschaften und wie tragen sie Wissen weiter - diese Fragen stehen im Zentrum einer wissenschaftlich-künstlerischen Videoserie mit dem Titel ,,Narration and Embodiment", die am 1. Dezember auf der Website und dem YouTube-Kanal des Exzellenzclusters ,,Temporal Communities: Doing Literature in a Global Perspective" der Freien Universität Berlin veröffentlicht wird. Die Videoreihe wird ergänzt durch eine Veranstaltung am 5. Dezember im Hamburger Bahnhof. Das Programm des sogenannten Laboratory ,,Social Sculpture - Temporal Communities" umfasst Workshops, Gesprächsrunden und eine Performance zum Thema.

Die Videos und das Laboratory sind Teil des Forschungsprojekts ,,Circulating Narratives - Entangling Communities: Case Studies in Global Performance Art", das Professorin Annette Jael Lehmann am Exzellenzcluster ,,Temporal Communities" der Freien Universität Berlin leitet. Konzipiert und organisiert wurden die Videoreihe und die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart ÜBerlin. Sie begleiten die Ausstellung ,,Nation, Narration, Narcosis: Collecting Entanglements and Embodied Histories", die am 28. November 2021 im Hamburger Bahnhof eröffnen wird. Die Videoreihe ist eine Weiterführung der Serie ,,Performance and Communities", einer Veröffentlichung des Clusters im November des vorangegangenen Jahres.

Die Videoreihe ,,Narration and Embodiment - A Video Lecture Series" präsentiert Künstlerinnen und Künstler, Forschende sowie Kuratorinnen und Kuratoren aus der ganzen Welt, die in pointierten, 15-minütigen, englischsprachigen Beiträgen Formen von Erzählungen ergründen. Thematisiert werden unter anderem der Zusammenhang zwischen narrativen Praktiken und der Verkörperung von Geschichten und Gesellschaftsstrukturen sowie die ,,die blinden Flecken" der Geschichtsschreibung und anderer kollektiver Erzählungen im sogenannten ,,Westen". Annette Jael Lehmann hat zwölf internationale Künstlerinnen und Künstler, Kuratorinnen und Kuratoren, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingeladen, jeweils in einem 15-minütigen Video zu erkunden, wie das Erzählen und das Verkörpern von Geschichten mit Gesellschaftsstrukturen zusammenhängt. ,,Viele der Videos beschäftigen sich mit Dekolonisierung, Armut, Marginalisierung und Raubbau an der Natur", sagt Annette Jael Lehmann. Die Grenze zwischen Kunst und Wissenschaft sei dabei fließend.

Die Referentinnen und Referenten provozieren mitunter auch durch die Reflektion ihrer eigenen Praxis. Die Beiträge stammen von Anna-Catharina Gebbers, Anne Duk Hee Jordan, David Teh, Eisa Jocson und Isil Egrikavuk. Darüber hinaus beteiligen sich Kawita Vatanajyankur, Lins Derry, Mi You, Natasha Ginwala, Natasha Tontey, Sin Wai Kin sowie Ute Meta Bauer. Konzipiert wurde das Programm der Videoreihe von Anna-Catharina Gebbers, Kuratorin des Museums Hamburger Bahnhof, sowie von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Siobhan Leddy, Annette Jael Lehmann und Lieselotte Schinzing von der Freien Universität Berlin.

Bei einem Workshop zur Ausstellung am 5. Dezember im Hamburger Bahnhof wird es darum gehen, Theorien über Narration und Verkörperung gemeinsam mit den Teilnehmenden zu erweitern. ,,Wir greifen auf das Konzept der ,Sozialen Plastik’ von Joseph Beuys zurück", erläutert Annette Jael Lehmann. Gemeint ist eine Kunstpraxis, die mit verschiedenen sozialen Gruppen und Gemeinschaften zusammenarbeitet, um deren Lebenswelt produktiv zu verändern. Wegen der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen sind vor Ort nur 15 Personen im Publikum zugelassen, für weitere Interessierte sind eine Aufzeichnung und Beiträge in den Sozialen Medien geplant. Eine Anmeldung ist bis zum 2. Dezember möglich.

  • Abrufbar ab dem 1. www.temporal-communities.de/explore/listen-read-watch/video-series-narration-embodiment/index.html

    Laboratory ,,Social Sculpture - Temporal Communities" im Rahmen der Ausstellung ,,Nation, Narration, Narcosis: Collecting Entanglements and Embodied Histories" am Hamburger Bahnhof

  • Zeit: 5. Dezember 2021, 11.00 - 18.00 Uhr
  • Ort: Aktionsraum Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart ÜBerlin
  • Aufgrund aktueller COVID-Bestimmungen handelt es sich um eine 2G-Veranstaltung, die auf 15 Gäste im Publikum begrenzt ist. Ein Nachweis der Impfung oder des Genesungsstatus ist erforderlich.
  • Interessierte schicken eine E-Mail zur Anmeldung bis zum 2. Dezember 2021 unter Angabe ihres vollständigen Namens und ihrer Wohnadresse an: l.schinzing@fu-berlin.de


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