Mäuse ohne funktionierende NMDA-Rezeptoren im Gyrus Dentatus (GD) und in der CA1-Region ihrer Hippocampi (Grin1?DGCA1) können so wie normale Kontrolltiere die Position einer verborgenen Insel im Wasserbecken anhand externer Objekte erlernen (Bild Mitte: Wildtyp, schwarz; Grin1?DGCA1-Mäuse, rot). Ist die Insel durch einen Ballon markiert und befindet sich an anderer Stelle eine zweiter, identischer Ballon ohne Rettungsinsel, so benutzen die genetisch veränderten Mäuse auch nach zahlreichen Durchläufen immer wieder die Ballons und nicht die Raumpunkte bei der Suche nach der Insel (Bild unten). [weniger]
NMDA-Rezeptoren im Hippocampus des Gehirns ermöglichen bei komplexen Orientierungsaufgaben, die richtige Entscheidung zu treffen. Lernen verändert die Synapsen. Für das Erlernen räumlicher Zusammenhänge machten Wissenschaftler bislang eine spezielle Form synaptischer Plastizität im Hippocampus des Gehirns verantwortlich. Diese beruht auf einem Rezeptortyp für den Botenstoff Glutamat: dem NMDA-Rezeptor. Forscher des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung in Heidelberg und der Universität Oxford haben nun beobachtet, dass sich Mäuse sehr gut orientieren können, auch wenn in Teilen ihres Hippocampus die NMDA-Rezeptor-vermittelte Plastizität abgeschaltet war. Müssen diese Mäuse allerdings einen Konflikt während der Orientierung lösen, können sie die Aufgabe nicht erfolgreich bewältigen. Offenbar werden die hippocampalen NMDA-Rezeptoren zur Erkennung oder Lösung des Konflikts benötigt.
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