Im Zellkern von Mäusestammzellen tauchen die RNA-Moleküle von reaktivierten endogenen Retroviren (violett) an denselben Stellen auf wie Kondensate mit RNA-Polymerase II (grün), wie diese fluoreszenzmikroskopische Aufnahme zeigt
Uralte brachliegende Sequenzen im Genom greifen unerwartet in embryonale Entwicklung ein. Im Zellkern von Mäusestammzellen tauchen die RNA-Moleküle von reaktivierten endogenen Retroviren ( violett ) an denselben Stellen auf wie Kondensate mit RNA-Polymerase II ( grün ), wie diese fluoreszenzmikroskopische Aufnahme zeigt © Asimi et al. MPIMG Das Säugergenom enthält retrovirale Sequenzen in einem ,,untoten", aber Überwiegend harmlosen Zustand. Ein internationales Forschungsteam fand nun heraus, wie manche dieser viralen Genfragmente die embryonale Entwicklung beeinflussen, wenn sie reaktiviert werden. Unerwarteterweise sind es nicht virale Proteine, sondern Kopien des Erbguts, die dann eine Imbalance in der Zelle verursachen. ,,Wir haben herausgefunden, dass die RNA, also die Botenkopie dieser viralen Gene, einen beträchtlichen Effekt auf die Vorgänge auf embryonale Zelle hat", sagt Denes Hnisz, Leiter einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik (MPIMG) in Berlin. ,,Die viralen Sequenzen scheinen sich an ihre ursprüngliche Mission zu erinnern und kapern jene molekularen Maschinen, die den Informationsfluss von DNA zu RNA zu Proteinen sicherstellen.
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