Die Vermessung der unterirdischen Lebenswelt
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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern stärkere Berücksichtigung der Artenvielfalt und Funktionen des Bodens in internationalen Naturschutzstrategien. Ein internationales Forschungsteam - unter Leitung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und mit Beteiligung von Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin - fordert in der renommierten Zeitschrift Science eine stärkere Berücksichtigung von Böden bei der Neuverhandlung internationaler Biodiversitätsstrategien. Ihre Relevanz müsse weit über die Landwirtschaft hinaus anerkannt werden, heißt es in dem Artikel. Um den Zustand und die Leistungen der Böden sichtbarer zu machen, plädieren die Forscherinnen und Forscher für ein systematisches Monitoring der Biodiversität auf der Basis gemeinsamer globaler Standards. Der Boden sei einer der artenreichsten Lebensräume überhaupt, erklärt Matthias Rillig, Professor für Biologie an der Freien Universität Berlin und Mitautor des Artikels. Ein Viertel aller bekannten Arten lebe im Boden. Zugleich hänge auch das oberirdische Leben vom Erdreich und seinen unzähligen Bewohnern ab.



