Was passiert, wenn das Atomgitter eines Magneten erhitzt wird?
Forschungsverbund mit neuen Erkenntnissen zu ultraschnellen Prozessen in magnetischen Systemen / Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fachbereichs Physik der Freien Universität Berlin beteiligt. Ein internationales Forscherteam hat nach eigener Einschätzung physikalische Prozesse aufgeklärt, die bei einer extrem plötzlichen Erhitzung des Atomgitters von sogenannten Ferrimagneten ablaufen. Ferrimagnete bestehen aus zwei Sorten atomarer Magnete, deren Magnetisierungen unterschiedlich stark sind und in entgegengesetzte Richtung zeigen. Für den Ferrimagneten Yttrium-Eisen-Granat (YIG) beobachteten die Forscherinnen und Forscher, wie sich dessen magnetische Ordnung durch eine plötzliche Erhitzung mit ultraschnellen Laserlichtblitzen bei Terahertz-Frequenzen in zwei Schritten reduzierte: auf einer Skala von einer Pikosekunde, was dem Millionstel einer Millionstel Sekunde entspricht, und danach auf einer 100.000-mal langsameren Skala von 100 Nanosekunden. Die Arbeit entstand in einem Forschungsverbund von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Berlin, Dresden, Uppsala (Schweden), St. Petersburg (Russland) und Sendai (Japan) unter der Leitung einer Arbeitsgruppe des Fachbereichs Physik der Freien Universität im Rahmen des Sonderforschungsbereichs ,,Transregio 227: Ultraschnelle Spindynamik" (SFB/TRR 227). Dieser untersucht Magnetismus sowie dessen mögliche Anwendungen auf extrem kleinen Längenund Zeitskalen. Beheimatet ist der SFB/TRR 227 an der Freien Universität Berlin und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.



