Manche Bakterien lieben ihre Feinde

Lenisia limosa  ist ein einzelliger Räuber, der sich mithilfe zweier Geißeln lan
Lenisia limosa ist ein einzelliger Räuber, der sich mithilfe zweier Geißeln langsam taumelnd fortbewegen kann (Bilder a und b). Bilder c-h: Bakterienzellen der Gattung Arcobacter (grün) auf der Oberfläche von L. limosa (rot, blau: Zellkern ). (Maßstabsbalken = 5 Mikrometer) [weniger]
Bakterien sind möglicherweise schon früh in der Evolution Symbiosen mit ursprünglichen Einzellern eingegangen. Tag ein, Tag aus, auf engstem Raum mit dem größten Feind. Klingt unvorstellbar? In der Welt der Mikroben ist dies seit Jahrmilliarden Alltag. Diese Nähe kann zu ungewöhnlichen Partnerschaften führen, wie eine Studie von Forschern des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie und der Universität Calgary zeigt. Lenisia limosa ist ein einzelliger Räuber, der sich mithilfe zweier Geißeln langsam taumelnd fortbewegen kann (Bilder a und b). Bilder c-h: Bakterienzellen der Gattung Arcobacter (grün) auf der Oberfläche von L. limosa (rot, blau: Zellkern ). (Maßstabsbalken = 5 Mikrometer) Möchte man wissen, wie unsere urzeitlichen Vorfahren aussahen, hilft ein Blick durchs Mikroskop. Mit etwas Glück entdeckt man sie: kleine, einzellige Eukaryoten - auch Protisten genannt. Protisten sind direkte Verwandte von Tieren, Pflanzen und Pilzen. Doch diese Einzeller haben sich im Laufe der Evolution kaum weiterentwickelt. Viele Protisten machen noch heute genau das, was schon ihre Vorfahren vor Urzeiten taten: Sie jagen und verspeisen andere Mikroorganismen. Zu diesen räuberischen Protisten zählen beispielsweise die Breviaten. Diese Gruppe tauchte das erste mal vor etwa einer Milliarde Jahren auf - zu einer Zeit, in der in den Tiefen des Ozeans noch kaum Sauerstoff vorhanden war. Als Anpassung an den Sauerstoffmangel nutzen Breviaten einen recht einfachen Stoffwechsel: die sogenannte Fermentation, eine Form der Gärung. Dieser Prozess liefert deutlich weniger Energie als beispielsweise die bakterielle Nitratatmung. Wäre es da nicht sinnvoll für die Breviaten, mit Bakterien zusammenzuarbeiten um ihren Stoffwechsel effizienter zu machen?
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