Schrei, wenn du musst

Schreie belegen eine bevorzugte akustische Nische, um ihre biologische und soziale Wirkung sicherzustellen. Einem internationalen Team von Neurowissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, der New York University und der Universität Genf ist es erstmalig gelungen, die Einzigartigkeit von Schreien nachzuweisen. In einer Studie fanden sie heraus, dass Schreie ganz besondere akustische Eigenschaften besitzen: Das macht sie zu einer spezifischen Lautäußerung, die nur in Stressund Gefahrensituationen zum Einsatz kommt. "Der Schrei" des norwegischen Malers Edvard Munch gilt neben Leonardo da Vincis "Mona Lisa" und Vincent van Goghs Variationen der Sonnenblumen als eines der bekanntesten Gemälde weltweit. "Jeder kennt Schreie und jeder hat eine ungefähre Vorstellung davon, was Schreie ausmacht - sie sind laut, hoch und schrill", sagt David Poeppel, Direktor am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt und Professor für Psychologie und Neurowissenschaften an der New York University. "Aber das allein reicht nicht aus. Tatsächlich ist es so, dass Schreie eine Art akustische Nische besetzen, die sie von anderen Lauten unterscheidet. Sie können wie andere Laute hoch und laut sein, aber zudem haben sie eine einzigartige Modulation, die andere Laute nicht aufweisen." In mehreren Studien, die nun in der Zeitschrift "Current Biology" erscheinen und die Poeppel gemeinsam mit seinem New Yorker Kollegen Adeen Flinker sowie Luc Arnal, Andreas Kleinschmidt und Anne-Lise Giruad von der Universität Genf durchführte, fanden die Wissenschaftler eine akustische Besonderheit, die nur Schreie aufweisen. "Schreie haben ein Merkmal, das als `Rauigkeit?
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