Sprachenlernen neu denken

Arvid Storch Foto: Joern Lorenz Fotografie (Lindau/Bodensee)
Arvid Storch Foto: Joern Lorenz Fotografie (Lindau/Bodensee)

Projekt mit Göttinger Beteiligung entwickelt Blended-Learning-Konzepte für Chinesisch-Unterricht

 

Wie kann künstliche Intelligenz den universitären Sprachunterricht sinnvoll ergänzen? Dieser Frage widmet sich ein neues Verbundprojekt unter der Leitung der Universität Hannover, an dem auch Forschende der Universität Göttingen beteiligt sind. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie mobile und intelligente Sprachlernanwendungen didaktisch reflektiert in den chinesischen Sprachunterricht an Hochschulen integriert werden können. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert 000 Euro.

Digitale Sprachlern-Apps sind aus dem Alltag vieler Lernender nicht mehr wegzudenken. Ihr didaktisches Potenzial wird bislang jedoch nur punktuell ausgeschöpft. Das Projekt ,,AI-MS" setzt genau hier an: Es untersucht, wie sich intelligente Anwendungen sinnvoll mit Präsenzlehre verbinden lassen, um Lernprozesse zu vertiefen, die Motivation zu steigern und kommunikative sowie interkulturelle Kompetenzen systematisch zu fördern. ,,Wir möchten Blended-Learning-Konzepte entwickeln, die den Chinesisch-Unterricht verbessern und sich auch auf andere Fremdsprachen übertragen lassen", erläutert Tao Zhang, Inhaberin der Professur ,,Fachdidaktik Chinesisch als Fremdsprache" am Ostasiatischen Seminar der Universität Göttingen. ,,Mit diesem Projekt soll Chinesisch-Unterricht als Modellfall für modernes Sprachenlernen dienen."

Das Projekt verzahnt Forschung und Praxis eng miteinander und bezieht Lernende und Lehrende aktiv in alle Projektphasen ein: von der Auswahl geeigneter Apps über die Entwicklung neuer Unterrichtskonzepte bis hin zur praktischen Erprobung und Evaluation über mehrere Semester. So entstehen praxisnahe, iterativ weiterentwickelte Lehrund Lernformate, die unmittelbar in der Lehre einsetzbar sind. Die Entwicklung von Weiterbildungskonzepten für Sprachlehrkräfte gewährleistet die nachhaltige Umsetzung der Projektergebnisse. So leistet das Projekt gleichzeitig einen Beitrag zur Stärkung unabhängiger China-Kompetenz wie auch zum Aufbau von KI-Kompetenz in Bildung und Gesellschaft. ,,Viele Lehrkräfte haben die Sorge, dass künstliche Intelligenz sie irgendwann ersetzen könnte", ergänzt Arvid Storch, ebenfalls vom Ostasiatischen Seminar der Universität Göttingen. ,,In unserem Projekt möchten wir stattdessen erforschen, wie KI-Tools echten Sprachunterricht sinnvoll bereichern können."

Weitere Informationen zum Verbundprojekt sind unter www.ifbe.uni-hannover.de/forschung/team-erwachsenenbildungweiterbildung/forschungsprojekte/forschungsprojekte-detailansicht/projects/aktionsforschung-zur-integration-mobiler-und-intelligenter-sprachlernanwendungen-in-den-chinesischen-sprachunterricht-an-hochschulen-mittels-blended-learning-ai-ms