Ausstieg aus Kernenergie und Kohle
RWTH-Studie mit Forschungsergebnissen zu den Auswirkungen des Kernenergieund Kohleausstiegs auf die Stromversorgung. Verschlechterungen der zuverlässigen Stromversorgung sind häufig wesentliche Bedenken gegen den Ausstieg aus der Kernenergienutzung und Kohleverstromung. Professor Aaron Praktiknjo und sein Mitarbeiter Lars Nolting von der Juniorprofessur für Energieressourcenund Innovationsökonomik der RWTH veröffentlichten eine Studie in der internationalen Fachzeitschrift Applied Energy, die Auswirkungen des deutschen Kernenergieund Kohleausstiegs auf die deutsche Stromversorgung eingehend untersucht. Ihre Ergebnisse zeigen, dass aus Perspektive der Versorgungssicherheit keine akute Notwendigkeit besteht, vom geplanten Kernenergieund Kohleausstieg abzuweichen. Das Niveau der Versorgungssicherheit werde zwar mittelfristig abnehmen, ein Abweichen von den Ausstiegspfaden sei aber aus ökonomischen Gründen nicht notwendig. "Die gesellschaftlichen Kosten von Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des bisherigen Versorgungssicherheitsniveaus würden den damit verbundenen volkswirtschaftlichen Nutzen übersteigen", erläutert Praktiknjo und fügt einschränkend hinzu: "Der Ausbau der Stromnetze wie auch der Zubau der erneuerbaren Energien dürfen sich allerdings nicht wesentlich verzögern." Insbesondere die Windenergie müsse in den nächsten fünf Jahren im eingeplanten Umfang ausgebaut werden. "Über die aktuellen Ausstiegspläne hinaus sollten allerdings vorerst keine weiteren Kraftwerke stillgelegt werden", fügt der Energieforscher hinzu.

