Chemiker der Universität Göttingen entwickeln Medikament für Antikörper-Tumortherapie Chemikerinnen und Chemiker der Universität Göttingen haben ein neues Medikament für die Antikörper-Tumortherapie entwickelt. Dem Forschungsteam gelang es, das Naturprodukt Duocarmycin so zu verändern, dass es seine Wirkung erst bei Ankunft in der Tumorzelle entfaltet und auf dem Weg dorthin durch den menschlichen Körper nur wenig giftig wirkt. Über die kommerzielle Nutzung des Wirkstoffs und Verfahrens hat die Universität nun einen Lizenzvertrag mit dem Biotechnologie-Unternehmen Iksuda Therapeutics abgeschlossen. Antikörper-Tumortherapien haben Patientinnen und Patienten mit Krebs, Autoimmunerkrankungen und anderen schweren Erkrankungen große therapeutische Vorteile gebracht. Vielen Antikörpern fehlt jedoch eine ausreichende eigene Anti-Tumor-Aktivität: Diese muss durch den Einsatz sogenannter Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC) - im Prinzip eine Kombination mit der klassischen Chemotherapie - verstärkt werden. Die ADC-Konjugate sollen allerdings ihre giftige Wirkung erst in der Tumorzelle selbst entfalten; die Vorstufen, genannt Prodrugs, sollen auf dem Weg dorthin durch den menschlichen Körper möglichst wenig Giftstoffe freisetzen. Einem Forschungsteam am Institut für Organische und Biomolekulare Chemie der Universität Göttingen ist es nun gelungen, das Naturprodukt Duocarmycin durch Kombination mit einem Zuckermolekül gezielt so zu verändern, dass die daraus hergestellten Prodrugs fast eine Million Mal weniger toxisch sind als das Medikament selbst, das erst in der Krebszelle durch ein intrinsisches Enzym aus den Prodrugs gebildet wird.
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