
Neues Projekt zur Erforschung mariner Ringelwürmer mit Beteiligung der Universität Göttingen
Weltweit verschwinden Arten in alarmierendem Tempo - beschleunigt durch Klimawandel, Lebensraumverlust und invasive Arten. Wenig erforschte Gruppen, darunter viele marine Würmer, trifft es besonders: Ihnen droht das Aussterben, bevor sie wissenschaftlich beschrieben wurden. Forschende der Universität Göttingen, des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung wollen einen umfassenden Datensatz zu europäischen marinen Ringelwürmern aufbauen und für die internationale Forschung zugänglich machen. Das soll die Entdeckung neuer Arten und die Charakterisierung der biologischen Vielfalt weltweit voranbringen. Das Projekt ,,EuroWorm: Accelerating Global Marine Annelid Biodiversity Research With Open Genomic Data For European Species" wird vom LIB geleitet und von der Leibniz-Gemeinschaft gefördert.
Die Tiere fließen mit ihren Bildund Genomdaten in die Sammlungen des LIB (Museum der Natur Hamburg) und des Senckenberg Naturmuseums ein. Forschende weltweit und insbesondere im Globalen Süden können Exemplare ausleihen und über Portale von LIB und Senckenberg sowie Plattformen wie GBIF auf die Daten zugreifen. ,,Durch vergleichende Daten zu europäischen Arten hoffen wir, die Entdeckung neuer Arten und die Biodiversitätsforschung weltweit zu beschleunigen - und so dem ,stillen Aussterben’ mariner Arten entgegenzuwirken", erklärt Projektleiterin Dr. Jenna Moore vom LIB. Gleichzeitig soll Aus der Universität Göttingen wirken drei Forschende der Arbeitsgruppe ,,Evolution und Biodiversität der Tiere" am Projekt mit. Sammlungen seien wissenschaftliche Zeitkapseln, sagt Maria Teresa Aguado Molina: ,,Historische Sammlungen, kombiniert mit moderner Genomik, erschließen verborgene Biodiversität in einem bisher unerreichten Tempo. EuroWorm zeigt, dass die fortschrittlichsten Entdeckungen mit Exemplaren beginnen, die vor Jahrzehnten gesammelt wurden." Christoph Bleidorn betont, dass die Erforschung der Evolution der Ringelwürmer in Göttingen eine lange Tradition hat. ,,Umso mehr freut es uns, diesen Fragestellungen nun im Rahmen eines von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten Projekts weiter nachgehen zu können."




