Starkes Gespann: Das 100-Meter-Radioteleskop bei Bad Münstereifel-Effelsberg und das Zehn-Meter-Weltraumteleskop des RadioAstron-Projekts auf dem Satelliten Spektr-R. [weniger]
Erste interferometrische Signale zwischen der Radioantenne in Effelsberg und dem Weltraum-Teleskop Spektr-R aufgezeichnet. Einer Gruppe von Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn und dem Astro Space Center in Moskau/Russland ist es zum ersten Mal gelungen, interferometrische Signale zwischen dem 100-Meter-Radioteleskop Effelsberg und dem weltraumgebundenen Satelliten-Radioteleskop Spektr-R zu erhalten. Der Abstand der beiden Radioteleskope beträgt bis zu 350000 Kilometer - was einem virtuellen Teleskop dieser Öffnung entspricht und damit einer Winkelauflösung von rund 40 Mikro-Bogensekunden. Die beiden Antennen waren auf das Objekt BL Lacertae gerichtet, den Kern einer aktiven Galaxie in etwa 900 Millionen Lichtjahren Entfernung. ,,Ein wichtiger neuer Aspekt dieser Analyse liegt darin, dass wir die Daten nicht wie bisher mit einem Hardware-Korrelator auswerten, sondern mit dem DiFX-Software-Korrelator, der auf den VLBI-Computerstationen in unserem Institut zum Einsatz kommt", sagt Anton Zensus, Direktor am Bonner Max-Planck-Institut. ,,Unsere Wissenschaftler haben in Zusammenarbeit mit den Experten von RadioAstron den Programmcode so umgeschrieben, dass er sich auch für die Auswertung von interferometrischen Satellitenbeobachtungen einsetzen lässt." Normalerweise sind VLBI-Beobachtungen auf erdgebundene Radioteleskope beschränkt. Die Software musste nun dahingehen verändert werden, dass das Programm die Bewegungen des Satelliten im Orbit miteinbezieht und außerdem den unterschiedlichen Ablauf der Zeit auf der Erde und im Weltraum berücksichtigt - winzige Unterschiede, die für die Entdeckung von interferometrischen Signalen eine entscheidende Rolle spielen.
UM DIESEN ARTIKEL ZU LESEN, ERSTELLEN SIE IHR KONTO
Und verlängern Sie Ihre Lektüre, kostenlos und unverbindlich.