Deutschland auf Dauer geteilt
Geburten ohne Trauschein sind in Ostdeutschland die Norm - ganz anders als im Westen. Auch 25 Jahre nach dem Fall der Mauer verläuft die Familiengründung in Ost und West grundlegend verschieden: Während die meisten Geburten in den neuen Länder nichtehelich sind (59 Prozent), ist deren Anteil in den alten Ländern nur knapp halb so hoch. Dieser Unterschied dürfte bis auf Weiteres bestehen bleiben. Anders als oft geglaubt, ist er nicht durch die deutsche Teilung entstanden. Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurden im Osten anteilig mehr Paare ohne Trauschein Eltern als im Westen. Das belegt eine neue Studie im Wissenschaftsjournal ,,Population, Space and Place", für die Sebastian Klüsener, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock, Daten zu nichtehelichen Geburten in deutschen Regionen über die letzten 350 Jahre analysiert hat.


