
Kultiviertes Fleisch, also Fleisch aus im Labor gezüchteten tierischen Zellen, gilt als vielversprechende Alternative zur herkömmlichen Fleischproduktion. Doch bislang standen hohe Kosten, Skalierungsprobleme und die Anforderung, die Textur von Fleisch realistisch nachzubilden, einer breiten Markteinführung im Weg. Hier setzt ,,FORMeat" an, ein patentiertes Verfahren, das mit dem Innovation Award der RWTH Aachen ausgezeichnet wurde.
Hinter der Entwicklung steht das Team um Dr. Rahman Omidinia vom Institut für Angewandte Medizintechnik der RWTH. Mit Hilfe der Faserspinntechnologie stellen die Forschenden aus tierischen Stammzellen feine, fadenartige Strukturen her, die das Gewebe von Muskelzellen imitieren. ,,Das Verfahren ist skalierbar, kosteneffizient und eignet sich für die Herstellung verschiedener Fleischsorten wie Huhn, Fisch und Rind", erklärt Omidinia.
Den zweiten Platz teilen sich die Entwicklerteams AEasy und Volatile. Das Team um Florian Wirsing von AEsy entwickelt ein System, das den Zustand von Antriebsträngen in Windanlagen überwacht. Mit ihrer Technologie leisten sie einen wesentlichen Beitrag, um die Kosten von Windenergieanlagen zu senken.
Ein signifikanter Anteil der Kosten im Betrieb von Windenergieanlagen ist auf Instandsetzungskosten zurückzuführen, die durch Schäden des Antriebstrangs entstehen. ,,AEsy adressiert genau diese Herausforderungen. Unsere Lösung erfasst und analysiert hochfrequente Körperschaltsignale, auch bekannt als Acoustic Emission", sagt Florian Wirsing. Das Ziel ist es, kritische Betriebszustände zu erkennen und Schäden sowie kostspielige Produktionsverluste zu vermeiden. Bei der Zustandsüberwachung kommt Machine Learning zum Einsatz.
Das Team Volatile um Payam Fatehi Karjou am E.ON Energy Research Center hat die Mission, die Energiewende durch modernste Analysetechnologien zu beschleunigen und Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Unternehmen und Energieversorger stehen vor immer komplexeren Entscheidungen. Wann lohnt sich die Investition in Energiespeicher? Oder wie können Produktionsprozesse an schwankende Strompreise angepasst werden? Um diese Fragen zu beantworten, wird eine Plattform für den gesamten Energiesektor entwickelt, um Daten und Simulationswerkzeuge nach neuesten wissenschaftlichen Standards für alle zugänglich zu machen. ,,Unsere Innovation adressiert ein zentrales Problem der Energiewende und macht die dafür nötigen Analysen schnell, präzise und für alle zugänglich. Berechnungen, die früher Tage gedauert haben, erledigen wir heute in Sekunden", sagt Payam Fatehi Karjou. Die Plattform kombiniert drei Schlüsseltechnologien: Hochleistungsrechner, KI-Modelle und Cloud-Computing, das die Anwendung für alle nutzbar macht.
Die RWTH zeichnet mit dem Innovation Award Forschende der RWTH oder des Forschungszentrums Jülich aus, die mit ihren Ideen zur Innovationsund Strahlkraft der Region Aachen beitragen.