Nomen lassen uns langsamer sprechen
Internationales Forschungsteam veröffentlicht sprachwissenschaftliche Studie Die Sprechgeschwindigkeit von gesprochener Sprache ist nicht konstant – sie unterliegt verschiedenen Verlangsamungseffekten. So sprechen wir manche Wörter unbewusst langsamer aus als andere, halten im Gespräch auch mal inne oder verwenden bedeutungslose Pausenfüller wie „ähm“. Diese Verlangsamungen geben Aufschluss darüber, wie viel Planungszeit unser Gehirn während des Sprechens für bestimmte Sprachbausteine benötigt. Ein internationales Forschungsteam der Sprachwissenschaft mit Beteiligung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat herausgefunden, dass insbesondere die Verwendung von Nomen die Geschwindigkeit des Sprechens reduziert. Die Ergebnisse veröffentlichte das Forschungsteam im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Bisher war in der Sprachforschung wenig darüber bekannt, was Sprecherinnen und Sprecher kulturübergreifend dazu veranlasst, schneller oder langsamer zu sprechen. Die Sprachforschung ging allerdings bislang davon aus, dass Verben durch ihre komplexe Struktur den größten Einfluss darauf haben. Diese Annahme veranlasste ein internationales Forschungsteam aus den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Russland und der Schweiz unter der Leitung von Dr. Frank Seifart (Universität von Amsterdam) dazu, den Einfluss von Substantiven und Verben auf das Sprechen global zu überprüfen. Substantive brauchen mehr Planungszeit als Verben

