Vorgesetzte als nette Erpresser
Erpresserische Strategien können erfolgreich sein - sie dürfen allerdings nicht zu plump angewendet werden. Was macht ein gewinnorientierter Chef, wenn er mit dem Verhalten seines Angestellten nicht zufrieden ist? 'Wenn Sie den Job nicht machen wollen, findet sich sicher ein anderer' - er nutzt seinen strategischen Vorteil und erpresst seine Untergebenen. Gemeinsam mit Forschern aus Harvard und dem Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön herausgefunden, dass ungleiche Machtverhältnisse erpresserische Verhaltensweisen fördern. Sowohl im Modell als auch im Experiment haben diese Strategien den Erpresser zum Erfolg geführt. Besonders erstaunlich: Die Untergebenen sind sogar besser dran, wenn sie das unfaire Spiel mitspielen. Allzu plump darf der Erpresser dabei jedoch nicht handeln - er schafft es allein durch wohl dosierte Freundlichkeit. Fast jeder Zweite haut andere Menschen über's Ohr, wenn er die Möglichkeit dazu hat.


