Mondzyklus bestimmt Jagdverhalten von nachtaktiven Möwen
Gabelschwanzmöwen jagen am häufigsten bei Neumond, wenn die Fische im Schutz der Dunkelheit an die Oberfläche kommen. Zooplankton, kleinere Fische und Kalmare halten sich bei Vollmond kaum an der Meeresoberfläche auf. Um sich vor Fressfeinden zu schützen, verstecken sie sich in helleren Nächten nämlich in tieferen Wasserschichten, während sie bei Neumond im Schutz der Dunkelheit an die Oberfläche steigen. Wissenschaftlern am Max-Planck Institut für Ornithologie in Radolfzell zufolge beeinflusst dies auch das Verhalten von Gabelschwanzmöwen (Creagrus furcatus) einer einzigartigen nachtaktiven Möwenart aus Galapagos. Sie rüsteten die Vögel mit Fahrtenschreibern und Feuchtigkeitssensoren aus, anhand derer sie feststellten, wie viel Zeit die Tiere nachts auf dem Meer verbrachten. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Aktivität der Vögel bei Neumond am stärksten war, also genau dann, wenn sich die meiste Beute an der Wasseroberfläche befand. Der Mondzyklus beeinflusst demnach auch das Verhalten von Seevögeln.