Deutsche Kultur, aber belgische Möglichkeiten der Kinderbetreuung: Belgierinnen aus dem Grenzgebiet zu Deutschland bekommen mehr Kinder als Frauen in westdeutschen Bundesländern. [weniger]
Niedrige Kinderzahl pro Frau eher Folge mangelnder Betreuungsangebote als Phänomen deutscher Lebensart. Dass die Geburtenraten in Deutschland im westeuropäischen Vergleich eher niedrig sind, liegt nicht an einer deutschen ,,Kultur der wenigen Kinder", sondern an Defiziten in der Familienpolitik. Der Mangel an Kinderbetreuungsangeboten scheint dabei ein wesentlicher Faktor zu sein. Dies zeigt eine Analyse des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock, in der es erstmals gelang, die Einflüsse von Kultur und Politik auf die Fertilitätsentwicklung zu trennen. Dazu untersuchten die Forscher die Fertilität in der deutschsprachigen Region Belgiens. Die Bevölkerung im Osten Belgiens ist in der deutschen Kultur verwurzelt, kann gleichzeitig aber das seit langem gut ausgebaute Kinderbetreuungsangebot des Landes nutzen. Die Geburtenrate in dieser Region liegt deutlich über der in Deutschland.
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