Das Geheimnis der richtigen Zubereitung
Für die Entdeckung zweier Naturstoffe erhielten drei Forscher im Dezember den Nobelpreis für Medizin: William C. Campbell und Satoshi Omura teilen sich eine Hälfte des Preises für die Entwicklung eines Wirkstoffes gegen Fadenwürmer. Die Chinesin Youyou Tu wurde mit der anderen Preishälfte für ihre Entdeckung eines pflanzlichen Wirkstoffes gegen Malaria geehrt. Sie entdeckte ihn in einer Arzneipflanze der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Über deren Besonderheiten und die Prüfung ihrer Wirksamkeit nach wissenschaftlichen Standards sprach Christina Heimken mit Apotheker Dr. Jandirk Sendker. Der Akademische Rat am Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie ist Koautor eines kürzlich erschienenen Artikels zum Thema TCM in einer Sonderbeilage des Fachmagazins "Science". Zwei Naturstoffe, drei Nobelpreisträger - gibt es in der Pharmakologie einen Trend hin zum Naturstoff, also zum Biomolekül? Der Trend ist nicht neu. Im frühen 19. Jahrhundert wurde mit Morphin erstmals eine isolierte organische Verbindung als Arzneimittel zugänglich. Sie stammt aus dem schon seit Jahrtausenden medizinisch verwendeten Schlafmohn. Insgesamt sind etwa 40 Prozent aller heute gebräuchlichen chemisch definierten Arzneimittel entweder Naturstoffe oder sie leiten sich von Naturstoffen ab. Das gegen Malaria wirksame Artemisinin, für dessen Entdeckung Youyou Tu den Medizin-Nobelpreis erhielt, stammt aus dem Einjährigen Beifuß. Diese Pflanze wird in der TCM als Heilpflanze gegen "wiederkehrendes Fieber" eingesetzt. Ein Beleg für die Wirksamkeit der TCM?




