Neue Details der Genregulation aufgeklärt
Der Transkriptionsfaktor P-TEFb reguliert RNA-Polymerase nach einem unerwarteten Muster Wird genetische Information von der Erbsubstanz DNA abgelesen, übersetzt die RNA-Polymerase II sie in RNA-Moleküle. Ein wichtiger Bereich des Polymerase-Moleküls ist die C-terminale Domäne, kurz CTD. Sie übermittelt der Polymerase Informationen darüber, wie der genetische Code abgeschrieben und weiter verarbeitet werden soll. Dazu heftet das Enzym P-TEFb molekulare Botschaften in Form von Phosphatresten an bestimmte Positionen innerhalb der CTD. Wissenschaftler am Dortmunder Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie haben nun beschrieben, nach welchem Muster P-TEFb dabei vorgeht. Die Ergebnisse sind nicht nur wichtig, um die Genregulation im gesunden Organismus besser zu verstehen, sondern auch medizinisch von Interesse: So spannt etwa HIV das Enzym für seine Zwecke ein, um die Produktion neuer Virusproteine zu beschleunigen. Mit nur 25000 Genen besitzt der Mensch nicht viel mehr Gene als eine Taufliege - und das, obwohl er deutlich komplexer aufgebaut ist.



