Gewebestruktur verlangsamt Geschwindigkeit der Krebsentwicklung
Forscher zeigen im Computermodell, dass räumlich strukturiertes Körpergewebe die Tumorentstehung verzögert. Krebs ist normalerweise das Ergebnis einer längeren Entwicklung. Im Laufe der Zeit häufen sich genetische Veränderungen in den Zellen an, die zuerst zur Bildung von Krebsvorstufen und schließlich zum Tumorwachstum führen können. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen haben nun in einem mathematischen Modell gezeigt, dass die räumliche Gewebestruktur, wie etwa im Darm, die Anhäufung von genetischen Veränderungen verlangsamt und so die Krebsentstehung hinauszögert. Das Modell könnte möglicherweise helfen, Gewebebiopsien zu beurteilen und bessere Prognosen über die Entwicklung bestimmter Krebserkrankungen zu machen. Viele Krebsarten entwickeln sich im Körper unbemerkt über viele Jahre hinweg, bevor die Krankheit ausbricht. Ausgangspunkt sind bestimmte genetische Veränderungen, die sich nach und nach in den Zellen anhäufen und so zur Bildung von Krebsvorstufen führen.



