Drei Kandidatinnen bewerben sich um Rektorinnenamt

Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg hat dem Vorschlag der Findungskommission zur Wahl einer neuen Rektorin / eines neuen Rektors an der Universität Tübingen zugestimmt. Damit stehen folgende Kandidatinnen für das Amt der Rektorin der Universität Tübingen zur Wahl (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Frau Beatrix Busse, Prorektorin für Studium und Lehre und für Englische Sprachwissenschaft an der Universität zu Köln
  • Frau Karla Pollmann, Dean of the Faculty of Arts and Professor of Classics and Theology an der University of Bristol
  • Frau Monique Scheer, Prorektorin für Internationales und Diversität und für Empirische Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen

Die Wahl durch den Senat und den Universitätsrat findet voraussichtlich im April statt. Im Folgenden finden Sie Kurzbiographien der Kandidatinnen:

Beatrix Busse, geboren 1973 in Haren (Ems), ist seit Oktober 2019 hauptamtliche Prorektorin für Studium und Lehre der Universität zu Köln und seit 2011 Professorin für Englische Sprachwissenschaft, zunächst an der Universität Heidelberg und danach an der Universität zu Köln.

Beatrix Busse studierte von 1992 bis 1998 an der Universität Osnabrück Englisch und Geschichte für das Lehramt an Gymnasien. Nach dem 1. Staatsexamen war sie im Jahr 2000 CARE Visitor an der University of Birmingham, Centre for Advanced Research in English, und mit einem DAAD-Kurzstipendium für Doktorand*innen am Shakespeare Institute Stratford in Großbritannien tätig. Von 2001 bis 2008 war Beatrix Busse Assistentin am Englischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Dort wurde sie 2004 promoviert; im selben Jahr wurde sie Research Visitor an der britischen Lancaster University, an die sie 2007 als Visiting Fellow der British Academy zurückkehrte.

Von 2008 bis 2010 war Beatrix Busse Assistenzprofessorin für -English Historical Linguistics- am Institut für Englische Sprachen und Literaturen der Universität Bern; dort habilitierte sie sich im Jahr 2010 und erwarb die venia legendi im Fach -English Linguistics-. Im Januar 2011 folgte sie dem Ruf der Universität Heidelberg auf eine W3-Professur für Englische Sprachwissenschaft am Anglistischen Seminar. a. die Sprache Shakespeares, die Stylistics, die Korpuslinguistik, die Geschichte der englischen Sprache und historische Pragma-tik/Soziolinguistik, Sprache im urbanen Raum mit dem Fokus auf Brooklyn, New York, sowie die Transfer-Linguistik.

Beatrix Busse ist u.a. Honorary Research Fellow der University of Glasgow, Reviews Editor des International Journal of Corpus Linguistics und Board Member von Corpora. Sie ist unter anderem Mitglied im Advisory Board des Historical Thesaurus of the Oxford English Dictionary.

Von 2012 bis 2019 Übernahm Beatrix Busse die Sprecherinnenschaft der Heidelberger Graduiertenschule für Geistesund Sozialwissenschaften (HGGS). Von Oktober 2013 bis September 2019 war sie für zwei Amtszeiten Prorektorin für Studium und Lehre der Universität Heidelberg und in dieser Zeit u.a. von 2015 bis 2019 Gründungsdirektorin der Heidelberg School of Education. Seit 2017 ist Beatrix Busse Mitglied des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Graduiertenkollegs -Authority and Trust in American Culture, Society, History and Politics- (GRK 2244) an der Universität Heidelberg. In den Jahren 2013 und 2014 war sie Marsilius-Fellow des Marsilius-Kollegs, dem Centre for Advanced Studies der Universität Heidelberg.

Als Prorektorin für Studium und Lehre an der Universität zu Köln ist Beatrix Busse u.a. für die digitale Transformation in Studium und Lehre und die Systemakkreditierung zuständig. Sie ist Mitglied im Board der Coimbra Group und leitet die European University for Well-Being, deren Koordinatorin die Universität zu Köln ist.

Karla Pollmann, geboren in Tübingen, ist seit 2018 Professor of Classics and Theology an der University of Bristol und dort zugleich Dekanin der Faculty of Arts.

Karla Pollmann studierte Griechisch, Latein, Theologie und Pädagogik in Tübingen, München, Cambridge und Bochum, wo sie 1990 über frühchristliche Lehrdichtung promoviert wurde. Nach der Promotion war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin von 1990 bis 1991 zunächst an der Universität Bielefeld und anschließend bis 1995 an der Universität Konstanz tätig. Mit Förderung der Alexander von Humboldt-Stiftung forschte sie in diesen Jahren zeitweise als Postdoc auch am University College London. 1994 habilitierte sie sich in Konstanz und wechselte im darauffolgenden Jahr als Dozentin für antike Literatur an die Universität im schottischen St Andrews. Im Jahr 2000 wurde Pollmann dort auf eine Professur berufen.

Im Jahr 2013 folgte sie einem Ruf an die University of Kent im englischen Canterbury, wo sie 2014 das Centre for Early Christianity and its Reception gründete und bis 2016 leitete; 2015/2016 war sie dort auch Vize-Dekanin der Fakultät für Geisteswissenschaften. Dann wechselte sie als Professorin für antike Literatur an die Universität Reading und leitete dort den Fachbereich für Geisteswissenschaften. Seit 2018 ist sie Professorin an der Universität Bristol und dort zugleich Dekanin der Faculty of Arts sowie Mitglied des University Executive Board.

Lehraufträge führten Pollmann an zahlreiche Universitäten in Europa, den USA, Kanada und Südafrika. Die Universität Aarhus in Dänemark ernannte sie 2008 zur Honorarprofessorin. An der Universität Stellenbosch in Südafrika war sie von 2011 bis 2013 als außerplanmäßige Professorin tätig. Darüber hinaus war sie Gastprofessorin an der Universität Wien, an der University of Colorado in Boulder, an der University of British Columbia, am Wolfson College der Universität Oxford und in Tübingen, sowie Mitglied am Princeton Institute für Advanced Study sowie dem Netherlands Institute for Advanced Study.

Pollmanns Forschung fokussiert sich auf das frühe Christentum, Wechselwirkungen von religiösem und klassisch-antikem Denken sowie auf Fragen der Exegese, der Hermeneutik und der Rezeption von Antike und frühem Christentum durch die Jahrhunderte. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Forschung ist die Auseinandersetzung mit dem Werk des Heiligen Augustinus. Dabei verfolgt sie einen interdisziplinären Ansatz zwischen Theologie, klassischer Philologie und Rezeptionswissenschaft. Ihre Forschung wurde in den vergangenen Jahren unter anderem von der British Academy, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Europäischen Forschungsrat gefördert.

Monique Scheer ist hauptamtliche Prorektorin für Internationales und Diversität und für Empirische Kulturwissenschaft mit Schwerpunkt Ethnographie kultureller Vielfalt an der Universität Tübingen.

Monique Scheer stammt aus den USA, schloss ein Bachelorstudium in Geschichte 1989 an der Stanford University ab und ging anschließend nach Deutschland. Von 1990 bis 1994 arbeitete sie als Lektorin und Übersetzerin beim Georg Thieme Verlag in Stuttgart. Anschließend studierte sie Empirische Kulturwissenschaft und Religionswissenschaft an der Universität Tübingen und schloss ihr Studium im Jahr 2000 mit dem Magistertitel ab. Von 2002 bis 2007 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Tübingen im Sonderforschungsbereich -Kriegserfahrungen. Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit-. 2005 wurde sie in Empirischer Kulturwissenschaft promoviert.

Im Jahr 2008 wechselte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, wo sie im Forschungsbereich -Geschichte der Gefühle- tätig war. 2011 wurde Scheer auf eine Juniorprofessur am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen berufen, 2014 nahm sie den Ruf auf eine W3-Professur am gleichen Institut an und Übernahm zugleich die Institutsleitung bis 2016. Von 2015 bis 2016 war sie zudem Studiendekanin im Fachbereich Sozialwissenschaften. Im Oktober 2016 wurde sie zur Prorektorin für Internationales gewählt und 2020 als Prorektorin für Internationales und Diversität bestätigt. In dieser Eigenschaft ist sie Mitglied der Steuerungsgruppe für den Aufbau der Europäischen Universitätsallianz CIVIS. Sie ist seit 2021 auch Kodirektorin des Center for Religion, Culture and Society (CRCS) an der Universität Tübingen.

Scheers Forschungsschwerpunkte sind Emotionen in religiösen und politischen Kontexten, Theorie und Methode in der Geschichte der Emotionen sowie die visuelle und materielle Kultur des Christentums im modernen Europa. In ihrer Forschung hat sie sich auch mit der Geschichte der deutschsprachigen Anthropologie und Volkskunde insbesondere während des Ersten Weltkriegs befasst sowie mit der ethnischen und religiösen Vielfalt in der modernen deutschen Gesellschaft. Hier leitet sie zurzeit das Teilprojekt -Bedrohte Solidaritäten. Mobilisierende Diskurse und Praktiken in der Geflüchtetenhilfe-. Ebenfalls war sie von 2013 bis 2017 am Sonderforschungsbereich -Ressourcen-Kulturen- beteiligt.

Im Jahr 2011 wurde sie mit dem Walter de Gruyter-Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. Von 2015 bis 2020 war sie Mitherausgeberin der Zeitschrift Ethnologia Europaea. Seit 2018 ist sie im Herausgeberkreis der Zeitschrift Geschichte und Gesell-schaft. Seit 2019 ist sie Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Historischen Instituts in Washington.


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