Schlüsselenzym des Citratzyklus funktioniert auch "rückwärts": "Science"-Studie widerlegt Lehrbuchwissen: Citratsynthase kann Citrat auch spalten, statt es aufzubauen
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Vermutlich kennt fast jeder diesen Stoffwechselweg aus dem Biologieunterricht: den Citratzyklus. Er liefert zahlreichen Organismen durch den Abbau organischer Stoffe Energie und ermöglicht ihnen so das Leben. Organismen von Bakterien bis hin zu Menschen nutzen diesen Reaktionskreislauf und verbrauchen dabei Sauerstoff. Manche Mikroorganismen nutzen den Citratzyklus auch bei Abwesenheit von Sauerstoff, also unter anaeroben Bedingungen - zum Teil sogar in umgekehrter Richtung: Sie bauen Biomasse durch den "reduktiven" Citratzyklus aus Kohlenstoffdioxid auf. Sie fixieren also anorganischen Kohlenstoff, wie Pflanzen es bei der Fotosynthese tun. Ein Forscherteam um den Biologen Ivan Berg von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat nun überraschend herausgefunden, dass ein zentrales Enzym des Citratzyklus "vorwärts" und "rückwärts" funktioniert. Die Citratsynthase sorgt für den ersten, namensgebenden Schritt im Citratzyklus - den Aufbau von Citrat.




