Zellen auf Expansionskurs: Die Stuttgarter Wissenschaftler hatten das Substrat, auf dem Zellen wachsen können, zunächst nur in einem ringförmigen Bereicheine freigelegt, indem sie die Polymerschicht durch eine entsprechend strukturierte Maske mit UV-Licht bestrahlten. Die Zellen bilden daher zuerst einen Ring mit knapp 300 Mikrometer Durchmesser. Nachdem die Forscher mit einem zweiten UV-Puls, angedeutet durch den Pfeil, auch das restliche Substrat von den Polymerschicht befreiten, breiten sich die Zellen im Laufe weniger Stunden aus.
Eine Methode, Zellen in feinen, einfach zu erzeugenden Strukturen wachsen zu lassen, liefert neue Erkenntnisse zur Zellmigration. Bei Kindertränen reicht oft ein aufgestoßenes Knie als Ursache, Erwachsene plagt eher die Sorge vor Krebs. In beiden Fällen, bei der Wundheilung wie beim Wachstum und der Ausbreitung von Tumoren, spielt eine Eigenschaft von Körperzellen eine entscheidende Rolle: ihre Fähigkeit, sich in ihrer Gewebeumgebung zu bewegen. Wissenschaftler vom Stuttgarter Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und von der Universität Heidelberg haben nun zusammen mit japanischen Kollegen eine vielversprechende Methode zur Untersuchung der Zellbewegung entwickelt. Damit können sie das kollektive Verhalten von kleinen Zellverbänden in einer Umgebung untersuchen, die dem lebenden Gewebe nahe kommt. Auf diese Weise hat die Stuttgarter Kooperation das kollektive Ausbreitungsverhalten sogenannter Epithelzellen am Beginn von Heilungsprozessen studiert. Die dabei gewonnen Erkenntnisse bestätigen das Potenzial der neue Methode, neue Einsichten zu der schon seit Jahrzehnten erforschten Zellmigration zu liefern.
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