Multiple Sklerose wird ferngesteuert
Die Lunge fungiert als Sammelplatz für autoagressive Immunzellen. Autoimmunerkrankungen werden durch Immunzellen ausgelöst, die sich gegen das eigene Gewebe richten. So gelingt es den Immunzellen bei der Multiplen Sklerose (MS), in das Nervengewebe einzudringen und dort zerstörerische Entzündungen zu verursachen, die mit schweren Ausfallserscheinungen, z.B. Lähmungen und Gefühlsstörungen einhergehen können. Warum die Zellen diese körpereigene Schranke bei der MS überwinden und scheinbar mühelos in das Hirngewebe eindringen können, hat ein Forscherteam zunächst am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried und später an der Universität Göttingen , herausgefunden: Die krankmachenden Immunzellen werden in der Lunge darauf programmiert, beweglicher zu werden und effizient Gefäßbarrieren wie die Blut-Hirn-Schranke zu durchbrechen. Spezialisierte Immunzellen, sogenannte T-Zellen, gelten als Verursacher der Multiplen Sklerose (MS). Obwohl nahezu jeder gesunde Mensch diese potentiell krankmachen-den T-Zellen in seinem Immunsystem beherbergt, entwickelt nur zirka 0,1 Prozent der Bevölkerung eine manifeste Erkrankung. Das liegt u.a. daran, dass die T-Zellen normalerweise nicht in das Gehirn vordringen können, da das zentrale Nervengewebe von der Blutzirkulation durch eine dichte Gefäßbarriere getrennt ist.



