Achillesferse pathogener Bakterien entdeckt
Max-Planck-Forscher finden mögliches neues Angriffsziel für Antibiotika in Krankheitserregern. Multiresistente Bakterien breiten sich vor allem in Krankenhäusern und Pflegeheimen erfolgreich aus. Ihre Unempfindlichkeit gegenüber vorhandenen Antibiotika macht die Suche nach neuen Wirkstoffen immer dringender. Forscher vom Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie haben jetzt einen möglichen neuen Angriffspunkt im Kampf gegen Bakterien ausgemacht: den Faktor EF-P. Wie sie herausfanden, spielt EF-P bei der Herstellung von Proteinen eine Schlüsselrolle, die beispielsweise für den Angriff von EHEC und Salmonellen auf ihre Wirtszellen unentbehrlich sind. Die Ergebnisse der Wissenschaftler könnten dazu beitragen, eine neue Generation von Antibiotika zu entwickeln, mit der sich auch Infektionen durch resistente Erreger bekämpfen lassen. Bakterien in Krankenhäusern können zu einer großen Gefahr für Patientinnen und Patienten werden: Allein in Deutschland erkranken dort nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts jährlich bis zu 600000 Menschen an einer bakteriellen Infektion, rund 150000 sterben daran.



