Netzwerk-Veränderungen über den Zeitraum von 26 Minuten. Die Ausdehnung des „Default Mode Netzwerkes“ (rot) und des gegenläufigen Netzwerkes (ACN, blau) in vier Stadien: A : Wachzustand, B : Schlafstadium 1, C : Schlafstadium 2, D : Tiefschlaf. Vor allem der mediale präfrontale Kortex [mPFC]) verliert seine Anbindung an das Netzwerk. Das Gegen-Netzwerk ist im Schlafstadium 1 schwächer, im Schlafstadium 2 dann nicht mehr nachweisbar.
Eben noch wach und bei vollem Bewusstsein und Sekunden später sind wir eingeschlafen. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München haben in einer Studie an 25 jungen gesunden Probanden untersucht, wie diese Änderungen der Wahrnehmung ausgelöst werden. Die Forscher untersuchten die Aktivität von Nervenzell-Netzwerken, die Gehirnregionen miteinander verbinden, wenn wir wach, aber in Ruhe sind. Die Messungen beim Übergang in die verschiedenen Schlafphasen zeigten, dass diese Netzwerke im Schlaf systematisch umorganisiert werden. So wird der Hippokampus, eine für Gedächtnisprozesse wichtige Region, bereits im leichten Schlaf aus dem Netzwerk ausgekoppelt. Der Frontallappen, wichtig für höhere Steuerungsprozesse, wird mit zunehmender Schlaftiefe sogar ganz aus dem Netzwerk ausgeschlossen. Hingegen nehmen Verbindungen zum neuronalen Aufmerksamkeitsnetzwerk nur teilweise ab - möglicherweise, um auf alarmierende Außenreize noch reagieren zu können.
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