Inspiriert durch die Chemie des Auges
Was der Natur gelingt, davon träumen Chemiker im Labor häufig: Substanzen einfach und umweltfreundlich herzustellen - möglichst ohne unerwünschte Nebenprodukte. Einem Forscherteam der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) ist es nun gelungen, sich eine chemische Reaktion zunutze zu machen, die im Auge abläuft und das Hell-Dunkel-Sehen ermöglicht. Dieses Verfahren, so die Forscher, sei für die chemische Industrie sehr interessant. Denn damit ließen sich spezielle Varianten (Isomere) wichtiger Kohlenstoff-Verbindungen herstellen, die auf anderem Weg nur mit viel Energieaufwand zu erzeugen seien. Im Auge spielt der Sehfarbstoff Rhodopsin als Lichtsensor eine elementare Rolle. Bei Lichteinfall löst er eine chemische Signalkette aus und aktiviert so die Sehzellen. "Wir haben uns von diesem Prozess inspirieren lassen", sagt Jan Metternich.



