Wissenschaftler warnen vor einer Vernachlässigung der Geistes- und Sozialwissenschaften in Europa
Europäische Forschungsförderung darf nicht einseitig auf Technik und Naturwissenschaften konzentriert werden. Wissenschaftler der Freien Universität und der London School of Economics haben bei einer Diskussion mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments und der EU-Kommission in Brüssel davor gewarnt, die EU-Förderprogramme einseitig auf naturwissenschaftlich-technische Forschung zu konzentrieren. Gerade in einem globalisierten Europa spielten die Geistes- und Sozialwissenschaften eine wichtige Rolle bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme. Hintergrund der Kritik ist eine Neuausrichtung der Forschungsfinanzierung in der Europäischen Union auf die Förderung von Innovationen und Forschungsprojekte, die sich vor allem mit den Themen Klimawandel, Energie- und Ressourceneffizienz, Gesundheit und demografischer Wandel beschäftigen. Die Wissenschaftler forderten die Europäische Kommission auf, das eigenständige Förderprogramm für Geistes- und Sozialwissenschaften über das Jahr 2014 hinaus fortzuführen. An der Veranstaltung, die vom Brüsseler Verbindungsbüro der Freien Universität zusammen mit der Europaabgeordneten der Europäischen Volkspartei Maria Da Graça Carvalho in den Räumen des Europäischen Parlaments organisiert worden war, nahmen mehr als 80 Gäste aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft teil. 'Die Frage ist nicht, was Europa für die Geistes- und Sozialwissenschaften tun kann, sondern was die Geistes- und Sozialwissenschaften für Europa tun können', sagte Professorin Erika Fischer-Lichte, Theaterwissenschaftlerin der Freien Universität Berlin und Panel Chair des Europäischen Wissenschaftsrates ERC.


