Blick auf den Tübinger Marktplatz, wenn man sich von der Haaggasse her nähert: Hinten zwischen den Häusern zweigt die Kirchgasse ab. Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen
Orientierungsstudie mit Passanten lässt Forscher der Universität Tübingen auf eine bildhafte Repräsentation der räumlichen Umgebung im Gehirn schließen. Wer durch eine Stadt geht, nimmt charakteristische Orientierungspunkte oder Wegabzweigungen in der Umgebung aus einer individuellen Perspektive auf. Daraus konstruiert und speichert das Gehirn die Ortskenntnisse. Während das Langzeitgedächtnis häufig als eine Art innere Landkarte betrachtet wird, die unabhängig von der jeweiligen Position der Person ist, braucht man für die Planung von Wegen, die man in Gedanken ablaufen kann, ein auf die wechselnde Betrachterposition bezogenes Arbeitsgedächtnis. Bisher gehen viele Forscher davon aus, dass das Verhältnis der beiden Gedächtnistypen durch eine Art Koordinatentransformation hergestellt wird. Dies würde allerdings voraussetzen, dass Orte im Gehirn tatsächlich durch Koordinaten repräsentiert werden. Wolfgang Röhrich, Dr. Gregor Hardiess und Professor Hanspeter Mallot vom Institut für Neurobiologie der Universität Tübingen gehen nach einer Studie mit Tübinger Passanten jedoch von einer anderen, stark auf Bildern basierenden Vorstellung aus.
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