Überzeugend verunsichern
Eine interdisziplinäre Tagung des Exzellenzclusters ,,Languages of Emotion" am 27. und 28. Juli befasst sich mit der Rhetorik der Verunsicherung - Was führt zum Überredungserfolg? Seit der Antike steht diese Frage im Zentrum der Rhetorik. Die gegenteilige Frage jedoch: Wie erzeuge ich Verunsicherung? ist bislang weder in der Rhetorik noch in der modernen linguistischen Diskursanalyse systematisch behandelt worden. Eine Tagung des Forschungsprojekts ,,Rhetorik der Verunsicherung" bringt am 27. und 28. Juli an der Freien Universität Berlin Klassische Philologen, Literatur- und Sprachwissenschaftler, Pädagogen, Religionswissenschaftler, Psychologen und Philosophen zusammen. Gemeinsam untersuchen sie Strategien, durch Redekunst zu verwirren, Ratlosigkeit zu erzeugen oder sogar zu ängstigen. Die Tagung des Exzellenzclusters Languages of Emotion ist öffentlich, der Eintritt frei. Schon in frühen Platonischen Dialogen lassen sich solche rhetorischen Winkelzüge finden. Hier vergleicht beispielsweise Platon Sokrates mit einem Zitterrochen, der seine Zuhörer betäube und damit in die Ratlosigkeit führe.



