Über Aufruhr, Katastrophen, Ordnungszersetzung und Ordnungskonkurrenz
Auftaktkonferenz des Tübinger Sonderforschungsbereichs ,,Bedrohte Ordnungen" Der Arabische Frühling, die Finanzkrise und die Atomkatastrophe in Fukushima haben weltweit tiefe Spuren in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur hinterlassen. Extreme Erlebnisse wie Aufruhr, Revolutionen und Katastrophen beeinträchtigen das alltägliche Leben. Sie machen uns bewusst, wie brüchig und voraussetzungsvoll die Grundlagen unseres Lebens und Handelns sind. Außergewöhnliche Situationen können auch zu einem raschen Wandel von Wahrnehmungs- und Handlungsmustern führen. Ausgehend von bekannten Bedrohungsszenarien fragt der neu gegründete interdisziplinäre Sonderforschungsbereich 923 "Bedrohte Ordnungen" (SFB) der Universität Tübingen: Wie ändern sich Ordnungen, die soziale Gruppen oder ganze Gesellschaften strukturieren, wenn sie mit Bedrohungen konfrontiert werden? Die Auftaktkonferenz des Sonderforschungsbereiches 923 will sich vom 29. März bis 1. April 2012 an der Universität Tübingen den Fragen nach Bedrohung und Ordnung im interdisziplinären Austausch mit internationalen Gästen annähern. Ordnungen gelten im Sinne des Tübinger Forschungsprogrammes als bedroht, wenn für Akteure Handlungsoptionen unsicher werden, Verhaltensweisen und Routinen infrage stehen. Eine Bedrohung besteht auch, wenn sich Akteure nicht mehr aufeinander verlassen können; und wenn eine Bedrohungskommunikation etabliert werden kann. In den vier Projektbereichen des SFB ,,Aufruhr", ,,Katastrophen", ,,Ordnungszersetzung" und ,,Ordnungskonkurrenz" werden empirische Beispiele untersucht, die sowohl epochen- als auch regionenübergreifend Bedeutung erlangten. Wo liegen die Chancen und Grenzen aus der jeweiligen Perspektive der teilnehmenden Disziplinen für die vier Projektbereiche?



