Schlafkrankheit: Erreger beherrscht drei verschiedene Schwimmarten
Der Erreger der Schlafkrankheit, die in Afrika und Südamerika jährlich tausende Todesopfer fordert, gehört zu den mobilen Einzellern: Eigenständig schwimmt er durch den Blutkreislauf seines Wirtes, bis er im letzten Stadium der Krankheit die Blut-Hirn-Schranke überwindet und ins Gehirn seines Opfers vordringt. Um die tödliche Krankheit gezielt zu bekämpfen, versuchen Wissenschaftler die Fortbewegungsweise der Erreger genau zu verstehen. Forschern vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) sowie den Universitäten Würzburg, Göttingen und Basel ist es nun gelungen, drei verschiedene Arten der Fortbewegung des Einzellers zu identifizieren. Zudem konnten sie erstmals zeigen, dass diese mit der Form und Steifheit der Parasiten zusammenhängen. Einzeller, die sich selbstständig fortbewegen können, sind keine Seltenheit: Kolibakterien etwa wickeln ihre Geißeln zu einem Bündel auf, um mit vereinter Kraft gezielt vorwärts zu schwimmen; Spermien katapultieren sich durch das Schlagen des Schwanzes nach vorne. Bei den einzelligen Trypanosomen−Parasiten, welche die afrikanische Schlafkrankheit auslösen - ist der genaue Bewegungsablauf bisher nicht bekannt. Die Ursache dafür ist ein deutlich komplizierterer „Körperbau“: Die Geißel, die wahrscheinlich als Hauptmotor dient, schließt nicht etwa wie beim Spermium schwanzartig an den Zellkörper an.



