Muslime im Jugendstrafvollzug: Wissenschaftler fordern Ausbau der islamischen Gefängnisseelsorge

Muslimische Jugendstrafgefangene sind bei der religiösen Betreuung gegenüber ihren christlichen Mithäftlingen benachteiligt. Das zeigt eine Studie des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen in Kooperation mit dem Kriminologischen Dienst Baden-Württemberg und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). Die Wissenschaftler fordern einen Ausbau der islamischen Gefängnisseelsorge. Die Gefängnisseelsorge spielt für die Resozialisierung und Radikalisierungsprävention eine wichtige Rolle. Über die religiösen Bedürfnisse und seelsorgerische Betreuung muslimischer Jugendstrafgefangener gab es aber bislang nur bruchstückhafte Informationen, obwohl ihr Anteil in den deutschen Jugendstrafanstalten bei etwa 40 Prozent liegt. Die gerade abgeschlossene Studie ,,Muslime im Jugendstrafvollzug - Chancen und Risiken für eine gelingende Integration" liefert nun ein detailliertes Bild der Situation. Für das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt wurden Daten in insgesamt acht Justizvollzugsanstalten (JVA) in Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erhoben.
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