’Gene, Umwelt und Zufall: Der Ursprung der Individualität’ - Naturwissenschaftliche Vortragsreihe der Freien Universität Berlin startet am 10. Januar ins neue Jahr

Gerit Linneweber (Freie Universität Berlin) Bildquelle:   Gerit Linneweber
Gerit Linneweber (Freie Universität Berlin) Bildquelle: Gerit Linneweber
Die naturwissenschaftliche Vortragsreihe ,,Dahlemer Wissenschaftsgespräche" des Fachbereichs Biologie, Chemie, Pharmazie der Freien Universität Berlin wird im neuen Jahr fortgesetzt. Zum Auftakt am 10. Januar spricht Dr. Gerit Linneweber über "Gene, Umwelt und Zufall: Der Ursprung der Individualität". Die ,,Dahlemer Wissenschaftsgespräche" finden alle zwei Monate jeweils am ersten Mittwoch im Monat um 18 Uhr im Forschungsbau SupraFAB in der Altensteinstraße 23a statt. Die öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Warum sind wir alle unterschiedlich, warum haben wir alle eine andere Persönlichkeit? Lange Zeit beschränkten sich Fragen zu den Ursprüngen der Individualität auf Gene und Umwelt. Inzwischen wissen Forschende, dass auch Zufallsereignisse in der Entwicklung von Lebewesen entscheidenden Einfluss haben können. Dieses Zusammenspiel von Genen, Umwelt und Zufall als Ursprung der Individualität untersucht der Neurobiologe Dr. Gerit Linneweber (Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie / Forschungsgruppe FOR5289 RobustCircuit) mit seiner Emmy Noether Nachwuchsgruppe anhand von Fruchtfliegen. Ausgehend von seinen Verhaltensexperimenten mit Insekten wird Dr. Gerit Linneweber in seinem Vortrag außerdem über ,,Persönlichkeiteiten" bei Schnecken, Krebsen und Tintenfischen sprechen und neue Einblicke in seine Forschung zur Persönlichkeit mittels virtueller Realität und zur Vorhersehbarkeit von individuellen Zukunftsentscheidungen geben.

Mit den ,,Dahlemer Wissenschaftsgesprächen" wollen Forscherinnen und Forscher der breiten öffentlichkeit Einblicke in faszinierende und aktuelle Forschungsthemen auf dem Campus in Dahlem geben. Im Mittelpunkt stehen wissenschaftliche Fragen, die von Sonderforschungsbereichen (SFB) bearbeitet und die maßgeblich von der Freien Universität Berlin gestaltet werden. Forschende der Hochschule und ihrer Kooperationspartnerinnen und -partner finden sich in diesen Verbünden zusammen, um ein wissenschaftlich relevantes Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu erforschen.

In den ,,Dahlemer Wissenschaftsgespräche" werden bis zum Sommer 2024 Themen aus verschiedenen SFBs des Fachbereichs Biologie, Chemie, Pharmazie vorgestellt. Einer kurzen Darstellung des Verbunds folgt immer ein allgemeinverständlicher Vortrag zu einer Forschungsfrage. Das Publikum ist herzlich eingeladen, den Forschenden Fragen stellen und mitdiskutieren. Fachkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. (jkr)

Weitere Termine der ,,Dahlemer Wissenschaftsgespräche"

  • Mittwoch, 13. März 2024, 18 Uhr: Was macht der Schleim in der Lunge’, Marcus A. Mall, Charité-Universitätsmedizin Berlin / Sonderforschungsbereich 1449


Über die Rolle von Schleim in der Lunge bei der Entstehung chronischer Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Mukoviszidose und Ansätze für neue Behandlungsmöglichkeiten spricht der Klinikdirektor der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin der Charité - Universitätsmedizin Berlin Marcus A. Mall in seinem Vortrag. Lange führten Forschende chronische Lungenerkrankungen wie Asthma auf zu viel Schleim in der Lunge zurück. Neue Untersuchungen legen nun aber nahe, dass chronische Atemwegserkrankungen auf Veränderungen des Schleims in der Lunge zurückzuführen sein könnten.
  • Mittwoch, 8. Mai 2024, 18 Uhr: Natürliche und künstliche Photosynthese im Lichte globaler Klimaveränderungen, Holger Dau, Freie Universität Berlin, Institut für Physik / Sonderforschungsbereich 1078


Photosynthese und Zellatmung haben seit Tausenden von Jahren eine globale Balance zwischen CO2-Aufnahme und CO2-Emissionen ermöglicht, die nun durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas massiv gestört wird. In seinem Vortrag über ,,Natürliche und künstliche Photosynthese im Lichte globaler Klimaveränderungen" erörtert der Biophysiker Holger Dau, inwieweit künstliche Photosynthese durch nachhaltige, CO2-neutrale Produktion von "grünen Brennstoffen" dazu beitragen kann, das Klima zu stabilisieren.

Das wissenschaftliche Ethos der Freien Universität Berlin wird seit ihrer Gründung im Dezember 1948 von drei Werten bestimmt: Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit.