Freie Universität Berlin gründet Center for Sustainable Resources - CSR|Berlin

Neues Forschungszentrum für nachhaltige Ressourcennutzung wird am 9. April 2025 eröffnet

Die Freie Universität Berlin startet mit dem CSR|Berlin in eine nachhaltige Fors
Die Freie Universität Berlin startet mit dem CSR|Berlin in eine nachhaltige Forschungszukunft. Bildquelle: Center for Sustainable Resources (CSR|Berlin)
Die Freie Universität will die Forschung zur nachhaltigen Gewinnung und Nutzung von Ressourcen vorantreiben und gründet dazu das neue interdisziplinäre Forschungszentrum   Center for Sustainable Resources - CSR . Die offizielle Gründungsveranstaltung findet am   9. April 2025 um 14 Uhr   in der Arnimallee 22  am Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität statt. Im Rahmen der Feierlichkeiten werden zwei renommierte Wissenschaftler, Prof. Robert Schlögl (Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung und Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion) und Prof. Peter Seeberger (Direktor des MPI für Kolloidund Grenzflächenforschung und Gründungsdirektor des Center for the Transformation of Chemistry CTC), Festvorträge halten. Die öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. 

- Forschungszentrum für nachhaltige Ressourcen - will innovative Lösungen zur nachhaltigen Nutzung und dem Recycling von Ressourcen fördern. ,,Das neue Zentrum vereint wissenschaftliche Expertise aus den verschiedensten Bereichen der Freien Universität  und weiteren Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Ziel ist die Entwicklung neuer Technologien und Strategien, die den Ökologischen Fußabdruck minimieren und die Ressourceneffizienz maximieren", betonte der Gründungsdirektor des CSR wird die enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern und politischen Entscheidungsträgern sein, um wissenschaftliche Erkenntnisse immer wieder auf ihr Problemlösungspotenzial hin zu evaluieren. Perspektivisch sollen die rund 20 bereits bestehenden Initiativen und Projekte unter einem Dach stärker miteinander vernetzt und in den regionalen Innovationstransfer integriert werden. Dadurch werden Lösungen entwickelt, die einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung globaler Umweltund Ressourcenkonflikte leisten könnten.

Zu den Gründungsmitgliedern des Center for Sustainable Resources - CSR  gehören von der Freien Universität die beiden Chemiker Prof. Dr. Sebastian Hasenstab-Riedel und Rainer Haag, der Mineraloge Timm John und der Innovationsforscher Carsten Dreher sowie von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung die Leiterin der Abteilung Material und Umwelt  Anna Gorbushina. Ihre Forschungsschwerpunkte treffen sich, wenn es um die Entwicklung ressourcenschonender chemischer Prozesse und Technologien zur Umwandlung von Reststoffen in nutzbare Materialien und deren Interaktion mit der Umwelt geht. So wird unter anderem an Methoden zur effizienteren Kreislaufwirtschaft von Selten-Erd-Metallen, der Umwandlung von Altlasten in nutzvolle Basischemikalien sowie an neuen wasseraufbereitenden Technologien gearbeitet.

Auszeichnung für innovative Forschung

Bereits vor zwei Jahren wurde die Forschungsgruppe um Sebastian Hasenstab-Riedel mit einem Forschungspreis der Werner Siemens-Stiftung (WSS) ausgezeichnet. Sein Team entwickelte eine innovative Methode zur sicheren Speicherung von Chlor in einer Ionischen Flüssigkeit, wodurch eine energieeffiziente und sichere Handhabung von Chlorgas ermöglicht wird. Diese Technologie soll unter anderem im CSR weiterentwickelt und zur Marktreife gebracht werden, mit potenziellen Anwendungen in der Energiewirtschaft, dem Recycling von z.B. Elektronikschrott oder  Biomasse.

Beispielhafte Projekte am CSR

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  • Energieeffizienz und CO2-Einsparung:   Ein Forschungsprojekt möchte Möglichkeiten der Energiespeicherung und Netzstabilität über Chlorspeichermaterialen untersuchen. Weitere Projekte arbeiten an einer sichereren und effizienteren Chlorspeicherung für die chemische Industrie oder auch für die Trinkund Badewasseraufbereitung. (Cl3 Solutions, LiqChlor)
  • Nachhaltige Rohstoffnutzung:  Ein neues Projekt zielt darauf ab, basierend auf biologischen Ressourcen wie Bioglycerin chemische Grundstoffe herzustellen, um eine Alternative zu fossilen Rohstoffen zu haben. Mehrere Projekte befassen sich mit Lignin als biologischen Rohstoff für die Polymerproduktion und der Entwicklung von Materialien mit bestimmten Eigenschaften, wie Schadstofffilterung oder Düngeeffekt. Ein weiteres Projekt will neue Extraktionsmethoden untersuchen, um aus Mineralen oder Elektroschrott etc. wichtige Metalle zu gewinnen oder zu recyclen. Eine weitere Forschungsgruppe will Altlasten über elektrochemische Verfahren in nutzvolle Basischemikalien umwandeln. (cxm)


Das wissenschaftliche Ethos der Freien Universität wird seit ihrer Gründung im Dezember 1948 von drei Werten bestimmt: Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit.