Kaiser Justinian I. (482-565), zu dessen Regierungszeit Malalas seine Weltchronik verfasste. Detail der Chormosaiken in San Vitale in Ravenna. Quelle: The York Project, wikicommons
In das Akademienprogramm 2012 der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften kann ein langfristiges Forschungsvorhaben der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an der Universität Tübingen neu aufgenommen werden. Unter der Leitung des Tübinger Althistorikers Mischa Meier soll in einem Zeitraum von zwölf Jahren ein umfassender historisch-philologischer Kommentar zur Weltchronik des byzantinischen Historiographen Johannes Malalas (geboren um 490 n. Chr.) erarbeitet werden, der diesen Text der Wissenschaft und einem interessierten Publikum erstmals vollständig erschließen wird. Das Projekt startet zum 1. Januar 2013 und wird mit jährlich etwa 220. Euro gefördert. Mit Zuwendungen von insgesamt 54,4 Millionen Euro, die von Bund und Ländern für 2012 bewilligt wurden, stellt das Akademienprogramm der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften das größte deutsche Förderprogramm für Geisteswissenschaften dar. ,,Mit diesem Projekt wird eine lange Ablehnung der byzantinischen Geschichtsschreibung durch die Wissenschaft endlich überwunden", erläutert Mischa Meier. ,,Man hielt diese Texte für Literatur minderen Ranges, verfasst von ungelehrten Mönchen, die ganz stupide und mechanisch ältere Vorlagen zusammengefasst hätten und denen dabei die aberwitzigsten Irrtümer unterlaufen seien.
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