Oxytocin stärkt den Zusammenhalt in Schimpansengruppen
Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Schimpansengruppen stärkt das Hormon Oxytocin den Gruppenzusammenhalt. Es ist verblüffend, welch hohen Preis Menschen zahlen, wenn sie in den Krieg ziehen. Sie sind bereit, persönlich Kosten zu tragen um ihrer eigenen Gruppe zu nützen, indem sie mit Gruppenangehörigen kooperieren und sich dem Gegner gegenüber feindselig verhalten. Trotz der Aggressivität stärken diese Konflikte das Zugehörigkeitsgefühl zur Gruppe, den sozialen Zusammenhalt und die Verbundenheit zwischen Gruppenangehörigen - wesentliche Aspekte eines erfolgreichen Konkurrenzkampfes mit anderen Gruppen. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Konzentration des Hormons Oxytocin im Urin frei lebender Schimpansen vor und während Zwischengruppenkonflikten gemessen und festgestellt, dass ihre sozialen Bündnisse auch Schimpansen ermöglichen, einander in Konfliktsituationen gegen Rivalen beizustehen. 'Wir Schar von Brüdern; Denn welcher heut sein Blut mit mir vergießt, Der wird mein Bruder.' Dieses Zitat Heinrichs des Fünften aus Shakespeares St. Crispins-Tag-Rede macht deutlich, dass Menschen bereit sind, sich im Kampf gegen andere selbst zu opfern. Darüber, welche Mechanismen die starke Kooperation in Kriegszeiten aufrechterhalten, ist nur wenig bekannt.



