Käfer reagieren auf ihr soziales Umfeld
Rotbraune Reismehlkäfer sind unscheinbare Insekten, die sich in Lebensmitteln vermehren können und daher als Schädlinge bekannt sind. Wissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) haben nun auf molekularer Ebene gezeigt, wie empfindlich diese Tiere gegenüber Stress in ihrem sozialen Umfeld sind: Auf verletzte Artgenossen reagieren die unverletzten Tiere mit dem Ankurbeln ihres Immunsystems und Veränderungen ihrer genetischen Ausstattung. Verletzte Käfer sind ein subtiler Stressfaktor, da ihre Anwesenheit ein Indiz für eine Gefahr in der Umgebung und mögliche verletzungsbedingte Infektionen ist. Die Studie der Wissenschaftler vom Institut für Evolution und Biodiversität der WWU ist in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht. Ein Ergebnis: In Gegenwart ihrer verletzten Artgenossen erzeugen die Immunzellen der Käfer mehr Phenoloxidase. Dieses Enzym spielt bei Insekten unter anderem eine Rolle bei der Heilung von Verletzungen des Chitinpanzers. Dieser Effekt der sogenannten "sozialen Immunantwort" war zuvor nur von sozialen Insekten wie Honigbienen und Ameisen bekannt.




