Forscher entwickeln erstmals dreifach verdrilltes Molekül

Dreidimensional und dennoch einseitig: Möbiusbänder, das sind in sich verdrehte Gebilde, bei denen man nicht zwischen Vorderund Rückseite unterscheiden kann, stellen unsere Vorstellungskraft auf eine harte Probe. Einem internationalen Forschungsteam unter Leitung des Kieler Chemikers Professor Rainer Herges von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist es nun gelungen, das weltweit erste dreifach verdrehte Molekül zu bauen. Interessant könnte das Ergebnis für den Bau von Komponenten für die molekulare Elektronik und die Optoelektronik sein. Wie die Wissenschaftler im Fachjournal Nature Chemistry berichten, nutzten sie für das Experiment einen topologischen Trick. Bereits im Jahr 1858 beschrieben die Mathematiker Johann Benedict Listing und August Ferdinand Möbius unabhängig voneinander zum ersten Mal eine Struktur, die man sich als ein in sich verdrilltes Band mit nur einer Seite und einer Kante vorstellen kann. Seither hat das nach Möbius benannte, nicht orientierbare Band Architekten sowie Künstler inspiriert. Jede und Jeder kann es sich schnell selbst basteln.
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