Einblick in Entwicklungsgeschichte der menschlichen Sprache durch Fruchtfliegen
Ergebnisse eines multidisziplinären Forschungsprojektes der Freien Universität, der Universität Regensburg des Max-Plank-Instituts für chemische Ökologie in Jena und der Universität Missouri in Fachzeitschrift PloS One publiziert. Forscher der Freien Universität Berlin und der Universität Regensburg haben in Fruchtfliegen einen zentralen Baustein für die evolutionäre Entwicklung der Sprache untersucht: die Urform des Gens FOXP2. Mutationen dieses Gens können beim Menschen zu schweren Sprachstörungen führen. Die Befunde zeigen, das FoxP in Fruchtfliegen für das Erlernen bestimmter Bewegungen notwendig ist, ähnlich wie seine Variante im Menschen für den Spracherwerb. Aufgrund dieser Entdeckung lassen sich die Wurzeln der Sprache mehr als 500 Jahrmillionen zurückverfolgen. Die Forschungsergebnisse der Untersuchung sind in der öffentlich zugänglichen Online-Fachzeitschrift PLoS One erschienen - Die Arbeitsgruppen der Verhaltensbiologin Constance Scharff von der Freien Universität Berlin und des Neurobiologen Björn Brembs vom Institut für Zoologie an der Universität Regensburg arbeiteten mit Kollegen vom Max-Plank-Institut für chemische Ökologie in Jena und der Universität Missouri in Columbia (USA) zusammen. Die Wissenschaftler untersuchten Fruchtfliegen im Rahmen eines Lernexperiments, das sich an Prozessen des Spracherwerbs bei Wirbeltieren orientierte: Ähnlich wie das FoxP2 Gen dafür notwendig ist, dass Babies und junge Singvögel Laute durch Ausprobieren erlernen, sei das FoxP Gen bei Fruchtfliegen daran beteiligt zu lernen, welche von unterschiedlichen Flugbewegungen die richtigen sind, lautete die Hypothese.


